Tumpel fordert: Schluss mit Steuerprivilegien für Privatstiftungen

AK-Studie zeigt: Österreichische Privatstiftungen im europäischen Vergleich stark privilegiert

Wien (OTS) - "Bei jedem Sparbuch muss der Besitzer sofort 25
Prozent Kapitalertragsteuer zahlen. Für riesige Vermögen in Stiftungen weniger als die Hälfte davon. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?", sagt AK-Präsident Herbert Tumpel. Große Vermögen können mit zahlreichen Steuervorteilen in Stiftungen geparkt werden. Eine neue Studie der AK zeigt: Österreich ist neben der Schweiz und Liechtenstein ein Paradies für Privatstiftungen, das für große Vermögen steuerliche Privilegien bietet, die in anderen Ländern nicht üblich sind. So werden Dividenden von Unternehmen, an denen die Privatstiftung beteiligt ist, in Österreich überhaupt nicht besteuert. Für den Großteil der sonstigen Kapitalerträge fällt eine begünstigte Zwischensteuer von 12,5 Prozent an. Auch Veräußerungsgewinne (zB Verkauf von Unternehmensanteilen) sind durch besondere Gestaltungsmöglichkeiten de facto steuerfrei gestellt, und auch beim Verkauf von Immobilien gibt es besondere Begünstigungen. Die Studie zeigt auch: in allen anderen untersuchten Ländern, wie Niederlande, Frankreich oder Deutschland, bestehen keine derartigen Modelle einer Privatstiftung wie in Österreich. "In Österreich wird Arbeit viel zu hoch - Vermögen zu gering besteuert. Ein wichtiger Schritt um diese Schieflage zu beseitigen und mehr Gerechtigkeit ins Steuersystem zu bringen ist die Steuerprivilegien für Stiftungen zu beseitigen", so Tumpel.

Die AK fordert ein Ende für die Privilegien bei der Besteuerung von Stiftungen in Österreich. Für neu gegründete Stiftungen soll künftig gelten:
+ die normale Besteuerung von Zinsen in der Stiftung
+ die normale Körperschaftssteuer für Veräußerungsgewinne

Aber auch auf europäischer Ebene sind Änderungen nötig, um ein gerechtes Steuersystem zu erreichen und eine Krise, wie wir sie derzeit erleben, in Zukunft zu verhindern.
Die AK fordert deshalb:
+ die Aufgabe von Steueroasen auf europäischem Territorium inklusive Kanalinseln,
+ die Einführung von Grundsätzen eines Außensteuerrechts, das Betriebsausgaben an Steueroasen beschränkt,
+ die Aufgabe einzelner Regelungen, die darauf gerichtet sind, Kapital von anderen Mitgliedsstaaten abzuziehen im Rahmen eines verschärften Verhaltenskodex für Unternehmen (Code of Conduct),
+ die Harmonisierung des direkten Steuersystems mit Mindestvorgaben an Steuersät-zen und Systemelementen in Europa,
+ Österreich kennt außer der Grundsteuer gar keine vermögensabhängige Abgaben mehr. Eine Annäherung zumindest an den europäischen Durchschnitt Vermögensbezogener Steuern ist ein unerlässliches Ziel und die Abschaffung der Steuerprivilegien der Privatstiftung ist der erste Schritt dazu.

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