S 6 Semmering Schnellstraße: Ganzsteintunnel ab sofort im Vollbetrieb

Letzte Lücke auf der S 6 geschlossen - gesamte Semmering Schnellstraße damit voll ausgebaut

Steiermark/Ganzsteintunnel (OTS) - Utl.: Im Beisein hoher politischer Prominenz, allen voran Bundesministerin Doris Bures und Landeshauptmann Franz Voves, wurde heute die sanierte Röhre des Ganzsteintunnels in Betrieb genommen. Nach der Fertigstellung der neuen, zweiten Röhre Ende Juli 2008 steht dem Verkehr ab sofort ein modernes, zweiröhriges Tunnelsystem zur Verfügung. Mit dem Vollausbau dieses Tunnels ist nun das letzte Nadelöhr auf der Semmering Schnellstraße beseitigt. Die S 6 ist damit ab sofort über ihre gesamte Länge von rd. 105 km voll ausgebaut - also vierstreifig im Freiland und zweiröhrig in den Tunneln. Ein wichtiger Aspekt im Sinne der Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Infrastrukturministerin Doris Bures: "Jeder Euro, den wir in die Tunnelsicherheit investieren, ist ein Mehr an Verkehrssicherheit. Gerade einröhrige Tunnel sind eine Gefahrenquelle. Hier nehmen wir viel Geld in die Hand, um das zu ändern. So liegt Österreich im Europäischen Tunneltest seit Jahren im Spitzenfeld. Das zeigt uns, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Eine qualitativ hochwertige Infrastruktur belebt und sichert aber auch die Wirtschaft. Leistungsfähige Verkehrswege sind die Lebensadern unserer Gesellschaft und eine unverzichtbare Voraussetzung für den Erfolg des Wirtschaftsstandortes Österreich," so Bures.

Für das Land Steiermark ist die Beseitigung des bisherigen letzten Nadelöhrs auf der S 6 sowohl verkehrstechnisch als auch von wirtschaftlicher Bedeutung. "Mit dem Vollausbau des Ganzsteintunnels wird ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur besseren Anbindung des obersteirischen Industrieraumes an den Raum Wien geleistet", betont Landeshauptmann Voves. "Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Projekte wie der Bau des Ganzsteintunnels von immenser Bedeutung, weil Infrastruktur-Investitionen sehr schnell konjunkturwirksam werden und nachhaltig positive Effekte haben", so Voves.

Der Bauboom in der Steiermark geht auch in den nächsten Jahren weiter. Weitere Großprojekte sind bereits in Bau (S 35 Brucker Schnellstraße) bzw. stehen kurz vor Baubeginn, etwa die S 7 Fürstenfelder Schnellstraße und die S 36 Murtal Schnellstraße. "Die Steiermark befindet sich in einem Aufholprozess, was überfällige Großbauvorhaben betrifft", stellt Landesrätin Edlinger-Ploder fest. "Der Lückenschluss auf der S 6 hat für uns eine ebenso große Bedeutung, wie der Bau der S 7 oder S 36.
Der Ausbau der Murtal Schnellstraße ist nicht nur ein großer Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in unserem Land, sondern auch ein wesentlicher Impuls für die Wirtschaft insbesondere für das Mur- und Mürztal. Diese Wirtschaftsregion braucht eine gut ausgebaute Infrastruktur", so Edlinger-Ploder.

Mit der Errichtung der 2. Röhre Ganzsteintunnel und der Generalsanierung der Bestandsröhre setzt die ASFINAG ihre Tunnelsicherheitsoffensive konsequent fort. "Als Dienstleistungsunternehmen sind wir unseren Kunden eine sicher ausgebaute Infrastruktur schuldig," betont ASFINAG Vorstandsdirektor DI Alois Schedl. "Bereits beim Bau der Semmeringquerung wurden mit den Tunneln Semmering, Spital und Steinhaus drei technisch hochmoderne zweiröhrige Tunnelsysteme errichtet. Nun entspricht auch der bislang letzte einröhrige Tunnel im Zuge der Semmering Schnellstraße dem modernsten Stand der Technik. Mit dieser Maßnahme garantieren wir unseren Verkehrsteilnehmern optimale Qualität und Sicherheit", betont Schedl.

Tunnelsicherheit

Das gegenständliche rund 3,8 Kilometer lange Baulos Ganzsteintunnel umfasste die Errichtung der Ganzsteintunnel-Südröhre, die Generalsanierung der Bestandsröhre (rd. 2,1 km) sowie den vierstreifigen Ausbau im Vorbereich der Portale.

Das neue zweiröhrige Tunnelsystem ist dem Letztstand der "Richtlinien für Verkehr und Straßenbau" (RVS) wie folgt ausgerüstet:

  • 5 Einsatzquerschläge im Abstand von ca. 330 m
  • 3 Abstellnischen
  • 26 Notrufnischen
  • 49 Feuerlöschnischen
  • Betonfahrbahndecke
  • Notruf- und Fluchtwegkennzeichnung
  • Helle reflektierende Tunnelwand-Beschichtung
  • Einfahrts-, Durchfahrts- und Notbeleuchtung
  • Bordsteinreflektoren beidseits der Fahrbahn
  • Löschwasserversorgung über einen Hochbehälter mit Nutzinhalt von 300 m3. Der Hochbehälter wird über die Wasserversorgung der Stadt Mürzzuschlag gespeist.
  • Längslüftung mittels Strahlventilatoren
  • Tunnelentwässerung mittels Trennsystem für Berg- und Fahrbahnwässer. Die Ableitung der unverschmutzten Bergwässer erfolgt über Ulmendrainagen, jene der Fahrbahnwässer über Schlitzrinnen
  • Videoüberwachung des Tunnels von der Tunnelzentrale Mürzzuschlag aus
  • Tunnelfunkanlage für Einsatzkräfte, Betrieb und Verkehrsfunk

Bauzeit: Dezember 2005 - März 2009
Kosten: netto rd. Euro 70 Mio. davon
Neubau 2. Tunnelröhre: rd. Euro 58 Mio. und
Sanierung Bestandsröhre: rd. Euro 12 Mio.

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