EU-Kommission: Angriff gegen Telekom-Austria-Festnetz unangebracht

TA-Regulierungs-Experte Martin Fröhlich: Kommission argumentiert mit "alten Hüten"

Wien (OTS) - "Wir können die Aussagen von EU-Kommissarin Viviane Reding nur als alte Hüte bezeichnen, die bereits in den vergangenen Jahren nicht den Tatsachen entsprochen haben. Offenbar werden im neuesten Telekombericht der EU-Kommission in überzeichneter Manier die Fakten verzerrt", widerspricht der Regulierungs-Experte von Telekom Austria, Mag. Martin Fröhlich, heute der Einschätzung für den österreichischen Telekommunikationsmarkt der EU-Kommission.

Die Kommissarin spricht in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Presse" davon, dass Österreich mit einer Breitbanddurchdringungsrate von 21,4% unter dem EU-Schnitt liege. Fröhlich: "Nur den Festnetzbreitbandmarkt zu betrachten ist völlig einseitig. Vielmehr wahr ist, dass Österreich Spitzenreiter bei mobilem Breitband in Europa ist und dadurch die Substitution von Festnetzbreitband durch mobiles Breitband bei uns besonders ausgeprägt ist. Betrachtet man den Gesamtmarkt, so liegt Österreich mit 32,8% unter den Top 3 der am besten entwickelten Breitbandmärkte in Europa."

Eine weitere grob verzerrte Wahrnehmung hat die Kommission nach Meinung Fröhlichs im Marktanteilsbereich Sprachtelefonie. Bei einem Marktanteil der Telekom Austria von rund 18% aller Sprachminuten von einer Dominanz des Festnetzes der Telekom Austria Group zu sprechen, grenzt an Realitätsverweigerung! Faktum ist, dass der Anteil des Mobilfunks an gesamten Sprachtelefoniemarkt in Österreich immer mehr auf Kosten des Festnetzes ansteigt: Auf 1 telefonierte Minute im Festnetz kommen bereits 4 telefonierte Minuten im Mobilfunk. Martin Fröhlich: "Auf den Punkt gebracht, der Festnetzmarkt wird weiterhin voll reguliert, obwohl er gegenüber dem Mobilfunkmarkt stetig an Marktanteilen verliert. Durch Änderungen in der Regulierungspolitik, weg von einer Festnetz-feindlichen Regulierung hin zu einer Investitions-freundlichen Regulierung, könnte ein Investitions-freundlicheres Klima insgesamt und damit eine Belebung der Konjunktur geschaffen werden. Nur zum Vergleich: 100 Millionen Euro Investitionen in schnelle Datenleitungen bringen 1.300 Arbeitsplätze, im Straßenbaubereich sind dies rund 1.000 Arbeitsplätze (WIFO-Studie)."

Kommissarin Reding hängt nach Auffassung von Fröhlich einem völlig veralteten Regulierungsansatz nach. Reding sei immer noch der Meinung, dass eine bürokratische Regulierung, die keinem Marktteilnehmer den Spielraum für Investitionen verschafft, die Telekommunikationsmärkte vorwärts bringt. Den modernen Ansatz verfolgt die Regulierungspolitik in den USA und in Asien, der durch eine Lockerung regulatorischer Fesseln attraktive Investitionen in die Telekommärkte ermögliche. Vor diesem Hintergrund gerät Europa immer mehr in einen Standortnachteil, den die kurzsichtige Regulierungspolitik von Kommissarin Reding verursacht.

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