Neues Volksblatt: "Penetrant" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 24. März 2009

Linz (OTS) - Man kann zu Helmut Zilk stehen wie man will, was
jetzt rund um den vor einem halben Jahr Verstorbenen passiert, ist penetrant. Da werden Uralt-Geschichten wieder hervor geholt, weil es - angeblich oder tatsächlich - neu aufgetauchte Verdachtsmomente gibt. Und schon geht das Theater los. Manche Medien, allen voran der ORF, blasen die Geschichte auf als würde hier und heute die Existenz unserer gesamten Republik auf dem Spiel stehen. Im Zuge dieser Medien-Hysterie bekommen Leute eine Plattform, die Zilk mehr oder minder nahe standen. Und dem entsprechend emotional fallen die Stellungnahmen aus. Dazu kommen noch diverse Wichtigtuer, die üblicher Weise der Schnittlauch auf jeder Diskussionssuppe sind. Dabei wäre die Sache eigentlich relativ einfach. Worum es hier geht, das ist - bei allem Respekt für Zilks Hinterbliebene - nicht eine Angelegenheit für die Familie, die Freunde oder sonstige Wegbegleiter des Wiener Altbürgermeisters. Es ist vielmehr eine Angelegenheit der Historiker! Sie, die von Berufs wegen sachlich und emotionslos zu sein haben, sollen die Dokumente prüfen. Als Beitrag zur Zeitgeschichte. Sie sollen "Quellenstudien" betreiben bis hin zur Befragung noch lebender Zeitzeugen. Und dann sollen die Historiker sagen, was Sache ist.

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