Maier zu Ernährungsbericht 2008: Auftrag an Gemeinden, Städte, Länder und Bund

Kennzeichnung: "Ampellösung" statt komplizierter und unlesbarer Nährwertkennzeichnung

Wien (SK) - "Der heute von Gesundheitsminister Alois Stöger vorgestellte Ernährungsbericht 2008 stellt eine Herausforderung für die österreichische Politik und die Zivilgesellschaft dar. Die vorliegenden Ernährungsdaten geben nicht nur einen Überblick über die Ernährungs- und damit Gesundheitssituation der österreichischen Bevölkerung, sondern stellen einen politischen Auftrag für alle Gemeinden, Städte, Länder und den Bund dar, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten ihren Beitrag zur Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen zu leisten", erklärte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier zum heute präsentierten Ernährungsbericht 2008. Maier schlägt zudem ein Unterrichtsfach "Ernährungserziehung" sowie die farbliche Kennzeichnung von Risikolebensmitteln vor. ****

Erschreckend seien die Zahlen zur Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas bei der österreichischen Jugend, insbesondere bei den Kindern. Nachdenklich stimme auch die schlechtere Energie- und Nährstoffzufuhr, insbesondere bei Menschen mit Migrationshintergrund, so Maier. Nach dem aktuellen österreichischen Ernährungsbericht 2008 hätten Personen mit Migrationshintergrund ein höheres Risiko für verschiedene ernährungsabhängige chronische Erkrankungen. Beispielsweise haben Frauen mit Migrationshintergrund ein 3,4-fach höheres Risiko an Diabetes zu erkranken und ein 2,6-fach höheres Risiko für Bluthochdruck als Frauen ohne Migrationshintergrund. Diese Ergebnisse seien bei Präventionsmaßnahmen verstärkt zu berücksichtigen, so Maier am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Der SPÖ-Konsumentenschutzsprecher wies auf die Wichtigkeit projektbezogener Maßnahmen unter Einbeziehung der Schulgemeinschaften, insbesondere der Eltern der Schulkinder, hin. Die wirklichen Probleme liegen offensichtlich nicht in einer Mangelernährung oder bei kontaminierten Lebensmitteln, sondern im falschen Ernährungsverhalten, das bei Kindern und Jugendlichen durch Familie (Elternhaus), Schule und soziales Umfeld entscheidend geprägt wird. Richtiges Ernährungsverhalten muss daher in die Schulunterrichtspläne Eingang finden, um diese Defizite zu verhindern. Andere Länder haben dafür bereits ein eigenes Unterrichtsfach "Ernährungserziehung" eingeführt.

Lebensmittelkennzeichnung mit Rot, Gelb, Grün soll Risikolebensmittel sofort erkennbar machen

Das Ergebnis der Studie, dass insbesondere Kinder "zu fett, zu salzig und zu süss essen" führt zu folgender konsumentenpolitischen Schlussfolgerung: Mit einer neuen Lebensmittelkennzeichnung in den Farben Rot, Gelb, Grün sollen Lebensmittel farblich so gekennzeichnet werden, dass Risikolebensmittel beim Kauf sofort erkannt werden. Beim Ampel-Modell stehen Rot, Gelb und Grün für einen hohen, mittleren oder niedrigen Anteil an Zucker, Salz oder Fett. In Großbritannien gibt es diese Regelung bereits auf freiwilliger Basis. Die europäische Wirtschaft müsse radikal umdenken, um Übergewicht und Fett bei Jugendlichen zu verhindern bzw. zu reduzieren.

Abschließend begrüßt Maier den von Gesundheitsminister Stöger angekündigten Nationalen Aktionsplan Ernährung, der dann erfolgreich umgesetzt werden können, wenn alle Gebietskörperschaften und Interessensvertretungen Verantwortung zeigen, diesen - in Kindergärten, Schulen, Mensen, Betriebsküchen etc. - umzusetzen und überdies Begleitmaßnahmen gesetzt werden, um sportliche Inaktivitäten zu bekämpfen und Änderungen der Lebensstile zu erreichen. (Schluss) mb/mp

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