Kritik an Medienberichterstattung über Afrikareise des Papstes

Kardinal Schönborn: "Es war ein Skandal" - Botschaften des Papstes waren eine "große Ermahnung an die wohlhabenden Länder"

Wien, 23.3.09 (KAP) Scharfe Kritik an der Berichterstattung der westlichen Medien über die Afrikareise des Papstes hat Kardinal Christoph Schönborn am Montag am Rand einer Pressekonferenz in Wien geübt. Auf Anfrage nannte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz die Berichterstattung vieler Medien über die Pastoralvisite Benedikts XVI. in Kamerun und Angola "schlichtweg inakzeptabel". "Es grenzt an einen Skandal", so Kardinal Schönborn, "wie extrem selektiv die Wahrnehmung dieser Reise war. Hat man in Europa nichts anderes zu hören und zu lesen als das, was verfälscht herausgefiltert wurde?" Dies habe nichts mit seriöser Informationsvermittlung zu tun.

Die Botschaften des Papstes seien "essenziell" gewesen und "eine große Ermahnung an die wohlhabenden Länder", unterstrich der Kardinal. Man müsse sich die Mühe machen, diese Botschaften genau zu lesen.

Auch Österreich sei durch diese Botschaften herausgefordert, sich zu besinnen. Kardinal Schönborn wörtlich: "Wo bleiben denn die Millenniumsziele in der Krise? Wo sind denn die Pharmakonzerne mit ihrer Hilfe für erschwingliche Medikamente für Afrika? Das sind die eigentlichen Skandale und nicht angebliche Sager des Papstes, die man bewusst uminterpretiert hat, um dem Papst zu schaden und die Kirche lächerlich zu machen". (ende)
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