Meinl Bank erstattet Strafanzeige gegen Boardmitglieder von Airports International ("AI") wegen Verdacht der schweren Nötigung

Auch Anzeige gegen AI Board wegen Marktmanipulation in Vorbereitung

Wien (OTS) - Die Meinl Bank kündigt eine Strafanzeige gegen die Boardmitglieder von Airports International ("AI") aufgrund wegen des Verdachts der schweren Nötigung an. Die Strafanzeige stützt sich auf folgenden Sachverhalt:

- Am 4. Februar 2009 hat die englische Anwaltskanzlei der AI im Auftrag ihres Klienten an einen ehemaligen leitenden Mitarbeiter der Managementgesellschaft Meinl Airports Managers ("MAM") einen Brief gesendet, in dem diesem vorgeworfen wird, im Rahmen seiner Tätigkeit für die MAM diverse Pflichtverletzungen zu Schaden der AI begangen zu haben. Das Ausmaß des kolportierten Schadens aus diesen angeblichen Verfehlungen wurde mit zumindest EUR 100 Mio. beziffert. In dem Brief wurde dem ehemaligen MAM Mitarbeiter angekündigt, dass AI gegen ihn persönlich eine Klage in Höhe des angeblichen Schadens einbringen werde.

- Mit gleichem Datum erging ein zweites Schreiben an den ehemaligen MAM-Mitarbeiter. In diesem Brief heißt es unter anderem, dass "das Board der AI beschlossen habe, von möglichen Schadensersatzansprüchen gegen Sie abzusehen, wenn Sie gewillt sind, die AI bei der Klage gegen die Meinl Bank, die MAM und Direktoren der MAM zu unterstützen". Weiter wird in dem Schreiben aber auch gedroht, dass "sollten Sie nicht mit uns kooperieren, können Sie erwarten, dass Sie persönlich wie in unserem ersten Brief angeführt verklagt werden."

- Ähnliche Schreiben ergingen auch an mehrere ehemalige Boardmitglieder der AI.

- Die Meinl Bank sieht in dieser Vorgehensweise den Verdacht der schweren Nötigung und wird deshalb eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien übermitteln.

- Meinl Bank Vorstand Peter Weinzierl zum Vorgehen der AI: "Die Meinl Bank ist schockiert über diese dubiose Vorgehensweise der AI und deren Rechtberater, die den Tatbestand einer schweren Nötigung erfüllen könnte. Wir haben deshalb in Absprache mit den betroffenen Personen beschlossen, eine Strafanzeige gegen die Boardmitglieder der AI einzubringen."

Sachverhaltsdarstellung wegen Marktmanipulation

Die Meinl Bank bereitet derzeit zudem eine Sachverhaltsdarstellung an die FMA gegen Boardmitglieder der AI im Zusammenhang mit folgenden Punkten vor:

- Versuchte Marktmanipulation sowie Irreführung des Anlegerpublikums durch unvollständige und missverständliche Informationen zur Unternehmenslage

  • Die Wertangaben des AI Boards zu den einzelnen Beteiligungen variieren massiv und werden willkürlich höher oder niedriger angesetzt
  • Das AI Board hat den von Ernst&Young geprüften Jahresbericht 2007 eigenmächtig revidiert und Änderungen der Bewertungsansätze durchgeführt, wobei suggeriert wird, dass die neuen Angaben ebenfalls geprüfte Zahlen sind. Tatsächlich beruhen diese jedoch auf eigenen Management-Bewertungen, welche keinesfalls den IFRS-Bestimmungen entsprechen

- Irreführung der Anleger

  • Die AI hat mehrfach in Pressemitteilungen bekanntgegeben, den höchsten Corporate Governance-Standard anzuwenden und eine Kapitalmarkttransparenz und Kommunikation zu wählen, die jenem eines "Prime-Market-Unternehmens" an der Wiener Börse entspricht
  • Tatsächlich sind nicht einmal grundsätzliche Punkte wie die Bekanntgabe eines Unternehmenskalenders oder Angaben zu Directors Dealings erfüllt.
  • Auch wichtige Informationen, die jeden Anleger zeitnah interessieren, wurden nicht oder deutlich verspätet veröffentlicht, wenn sie für AI nachteilig sein könnten. So hat das AI-Board nicht zeitgerecht veröffentlicht, dass die Meinl Bank bereits im November 2008 gegen die AI eine Klage im Zusammenhang mit dem Managementvertrag im Ausmaß von EUR 80 Mio. eingebracht hat.

Handelsgericht Wien erlässt Einstweilige Verfügung

- AI hat den Erlass einer Einstweiligen Verfügung im Zusammenhang mit einer beim Handelsgericht Wien anhängigen Klage hinsichtlich eines Placement und Market Maker Vertrages zwischen AI und der Meinl Bank nicht bekanntgegeben. Der Beschluss des Handelsgerichts erfolgte am 12. März 2009.

- Im Rahmen dieser Klage hat AI die Meinl Bank auf Herausgabe von Zertifikaten geklagt, die diese als Pfand für nichtbezahlte Leistungen aus dem Placement und Market Maker Vertrag zurückbehalten hat.

- Das Handelsgericht Wien hat jetzt angeordnet, dass die Meinl Bank die Zertifikate zwar nicht veräußern darf, gleichzeitig muss die AI aber eine Sicherheitsleistung von EUR 0,5 Mio. leisten um so etwaige Nachteile der Meinl Bank abzuwenden.

- Meinl Bank Vorstand Peter Weinzierl hierzu "Wir sehen die Entscheidung durchaus positiv, auch wenn die Sicherheitsleistung natürlich nicht unseren gesamten potentiellen Schaden abdeckt. Ein Verkauf der Papiere wäre für uns derzeit aber sowieso keine Option und wir sind zudem zuversichtlich, dass das Gericht im Hauptverfahren unserer Argumentation folgen wird."

Neues Boardmember für AI

- AI hat am 19. März 2009 die Ernennung von James Shinehouse als inzwischen 8. Boardmitglied bekanntgegeben.

- "Anstatt nach acht Monaten im Amt endlich eine Strategie für das Unternehmen vorzulegen, engagiert das AI Board auf Kosten der Anleger immer neue Berater, weil es selbst offenbar kein Konzept hat", so Meinl Bank Vorstand Peter Weinzierl

- Allerdings, so Weinzierl weiter, "sei zu hoffen, dass das Board mit Shinehouse nun erstmals über ein Mitglied mit Erfahrung auf seinem Gebiet verfüge."

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