AK-Wertschöpfungsbarometer - Enorme Gewinnausschüttungen schwächen Unternehmen in der Krise

Linz (OTS) - Eine Studie der AK OÖ zeigt, dass Österreichs Unternehmen immer besser an ihren Mitarbeitern/-innen verdienen. Der Überschuss pro Beschäftigtem/-r, der den Unternehmen im Jahr 2007 durchschnittlich verblieb, betrug mehr als 37.000 Euro und lag somit um 53 Prozent über dem Wert von 2003. "99 Prozent der Jahresüberschüsse bleiben aber nicht in den Unternehmen, sondern werden als Gewinn an die Eigentümer ausgeschüttet", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und fordert in der Krise Vorrang für die Sicherung von Arbeitsplätzen vor Gewinnausschüttungen.

Die Arbeiterkammer hat anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse mittlerer und großer Unternehmen errechnet, welchen Überschuss (Differenz zwischen Wertschöpfung und Personalaufwand) diese Unternehmen pro Mitarbeiter/Mitarbeiterin erwirtschaften. Fazit: Im Jahr 2007, dem letzten Jahr, für das vollständige Daten vorliegen, verdienten die Unternehmen an jedem/jeder einzelnen Beschäftigten durchschnittlich 37.133 Euro. Dieser Wert liegt um 53 Prozent über dem des Jahres 2003. Der durchschnittliche Personalaufwand pro Beschäftigtem/-er ist im selben Zeitraum nur um 11,6 Prozent gestiegen. Ursache für diese Entwicklung ist die enorme Steigerung der Produktivität der Arbeitnehmer/-innen, die an diese nur zu einem geringen Teil in Form von Lohnerhöhungen weitergegeben wurde.

Unternehmen rechtfertigen das damit, dass in "guten Jahren" ein entsprechendes Polster zur Verbesserung des Eigenkapitals und der Liquidität aufgebaut werden müsse, um sich gegen spätere Konjunkturabschwünge zu schützen. Tatsächlich wurden in allen Untersuchungsjahren mehr als drei Viertel der Jahresüberschüsse zur Gewinnausschüttung/Dividendenzahlung verwendet. 2007, im letzten Untersuchungsjahr, wurde mit einer Ausschüttungsrate von 98,7 Prozent der Höchstwert erreicht.

Die AK-Untersuchung zeigt deutlich, dass die hohen Gewinnausschüttungen nicht nur mit zu geringen Lohnsteigerungen der Beschäftigten einhergehen, sondern auch den Aufbau von Reserven in den Unternehmen geschwächt haben. Diese Reserven würden die Unternehmen aber in der aktuellen Krise dringend brauchen, um möglichst viele Arbeitsplätze zur erhalten. Und möglichst viele Arbeitsplätze in Verbindung mit entsprechenden Einkommen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind nötig, um die Inlandsnachfrage und somit das Wirtschaftswachstum zu fördern.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert die Eigentümer/-innen daher auf, in den Bilanzen 2008 auf Gewinnausschüttungen zu Gunsten des Krisenmanagements, der nachhaltigen Absicherung der Leistungsfähigkeit ihrer Unternehmen und der Sicherung der Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verzichten. Finanzielle Spielräume für Lohnsteigerungen zur Ankurbelung der Nachfrage, verschiedene Formen der Arbeitszeitverkürzung mit Einkommensausgleich und verstärkte interne Qualifizierungsmaßnahmen sind in den Unternehmen trotz Krise vorhanden.

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