Preis für tierversuchsfreie Forschung ergeht an Pferdeforschung

Wien (OTS) - Der vom "Internationalen Bund der Tierversuchsgegner" (IBT) ausgeschriebene Preis für tierversuchsfreie Forschung in der Höhe von Euro 7.000,-- wird am 25. März 2009 an die Veterinärin Dr. Bianca Patan für die Entwicklung eines ex-vivo Modells zur Untersuchung der komplexen Pferdekrankheit Hufrehe vergeben.

"Wir haben uns für das Projekt von Frau Dr. Patan entschieden, weil das von ihr entwickelte und evaluierte Modell geeignet ist, in der Hufrehe-Forschung Tierversuche zu ersetzen, erklärt Gerda Matias, Präsidentin des "Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner", und hofft, dass bald auch die TierpatientInnen von den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren können.

Die Hufrehe ist eine schwere, im akuten Stadium sehr schmerzhafte Erkrankung des Pferdehufs. 7 % aller Todesfälle beim Pferd sind durch Hufrehe bedingt. Dennoch weiß man über die Pathogenese - den Ablauf, die Entstehung und Entwicklung dieser Entzündungskrankheit - noch wenig, weshalb auch die therapeutischen Ansätze unbefriedigend sind.

Die Hufrehe ist somit eine große Herausforderung an die medizinische Pferdeforschung. Um die Krankheitsprozesse zu erforschen, werden aber an gesunden Pferden Experimente durchgeführt:
Bei den Versuchstieren wird die Hufrehe absichtlich - etwa durch überdosierte Gaben von Nussbaumholzextrakten - ausgelöst. Diese Versuche sind für die Pferde nicht nur sehr belastend und schmerzhaft, sondern die Tiere werden dabei auch getötet.

Dr. Bianca Patan, Assistentin an der Klinik für Pferde/Abteilung für Großtierchirurgie und Orthopädie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, hat abseits der gängigen Tierversuche ein ex-vivo (außerhalb des lebenden Körpers) Modell entwickelt, mit welchem sich die physiologischen Vorgänge im Huf imitieren lassen. Dabei werden isolierte Extremitäten von Schlachttieren durch Perfusion mit Eigenblut bis zu 10 Stunden am Leben erhalten. Das schon evaluierte Modell eignet sich hervorragend dafür, all jene Faktoren und Parameter, von denen angenommen wird, dass sie für die Pathogenese der Hufrehe relevant sind, zu untersuchen, indem vermutlich Hufrehe-auslösende Substanzen beigegeben und ausgewertet werden.

Der Preis für tierversuchsfreie Forschung wurde im Juni 2008 vom IBT anlässlich seines 40-jährigen Bestehens gestiftet. Die eingereichten Arbeiten wurden von einem wissenschaftlichen Gremium beurteilt. Mit der Vergabe dieses Preises möchte der IBT jene ForscherInnen unterstützen und auch öffentlich bekannter machen, die bestrebt sind, wissenschaftliche Forschung mit modernen zukunftsorientierten Methoden und Verfahren zu betreiben, die ohne Tierleid auskommen.

Fotos von der Preisverleihung werden ab dem 26.03. 2009 auf www.tierversuchsgegner.at kostenlos zur Verfügung gestellt.

Der Internationale Bund der Tierversuchsgegner wurde im Jahr 1968 als gemeinnütziger Verein gegründet und setzt sich aus ethischen, wissenschaftlichen, medizinischen sowie konsumentenpolitischen Gründen für die endgültige Abschaffung aller Tierversuche ein. Die Arbeit wird ohne jegliche öffentliche Unterstützung ausschließlich aus privaten Spenden finanziert.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Romana Rathmanner
Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)
Tel.: +43/1/713 08 23-11, Fax: +43/1/713 08 23-10
E-Mail: rathmanner@tierversuchsgegner.at

Dr. med.vet. Bianca Patan
Klinik für Pferde/Abteilung für Großtierchirurgie und Orthopädie der VUW
Tel.: +43/1/250 77-5520, Fax: +43/1/250 77-5590
E-Mail: bianca.patan@vu-wien.ac.at

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