Kaske: Tourismus will Kapital aus der Krise schlagen

Massive Ablehnung AMS-finanzierter Praktika

Wien (vida/ÖGB) - "Das fünfmonatige Tourismuspraktikum für Jugendliche, das sich die beiden Oberösterreicher Leitl und Schenner ausgedacht haben, ist eine fünffache Zumutung - und zwar für Tourismus-Fachkräfte, für Arbeit Suchende, für SchülerInnen, die Pflichtpraktika zu absolvieren haben sowie für die betroffenen Jugendlichen selbst, die als Saisonhilfen augebeutet würden. Und nicht zuletzt für alle, denen die Krise unverschuldet zu Einkommensverlusten verholfen hat und die jetzt zuschauen sollen, wie eine Branche Kapital aus der Krise schlagen will", sagt Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, zu den Vorschlägen von WKÖ-Präsident Leitl und Tourismus-Obmann Schenner.++++

"Die ganze Welt leidet unter der Krise, Menschen müssen kurzarbeiten und Einkommensverluste hinnehmen, wenn sie nicht überhaupt ihren Job verloren haben, und einer ganzen Branche fällt nichts anderes ein, als sich Hilfskräfte von der Allgemeinheit finanzieren zu lassen", kritisiert Kaske. Auch im Tourismus sei die Arbeitslosigkeit im Steigen, also sei gar nicht einzusehen, dass Leitl die Arbeit Suchenden jetzt mit zusätzlicher Konkurrenz bedrohen will.

SchülerInnen an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen müssen in vielen Fällen Pflichtpraktika absolvieren; viele beklagen, dass diese nicht in ausreichender Anzahl angeboten werden und schwer zu finden seien. "Der Leitl-Schenner-Vorschlag kann also auch den Schulerfolg der künftigen Tourismus-Fachkräfte gefährden", so Kaske.

Die angedachte fünfmonatige Dauer der Praktika sei wohl als Hinweis zu verstehen, dass die PraktikantInnen als billige Kräfte zur Saisonüberbrückung missbraucht werden sollen. "Mit Lohndumping wird es kaum gelingen, das Image der Tourismus-Berufe zu verbessern -Berufe in einer Branche, wo die Menschen ohnehin nur sehr kurz auf einem Arbeitsplatz verweilen. Aber so wie es aussieht, wollen Leitl und Schenner die Praktika demnächst überhaupt an den Meistbietenden versteigern", schließt Kaske.(fk)

ÖGB, 22. März 2009 Nr. 154

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