Wurm: Zurück ins 19. Jahrhundert, Herr Dörfler?

SPÖ-Frauensprecherin entsetzt über veraltetes Frauenbild des BZÖ

Wien (SK) - "Entsetzt" zeigte sich SPÖ-Frauensprecherin Gisela
Wurm über die jüngsten Aussagen von BZÖ-Landeshauptmann Dörfler. Diese zeigten einmal mehr das veraltete und verschrobene Frauenbild, das im BZÖ vorherrsche, betonte Wurm am Sonntag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Es sei unverständlich, wie man in Zeiten wie diesen, in denen Finanz- und Wirtschaftskrisen die Arbeitsplätze und damit auch die Lebensunterhalte von Menschen bedrohen, verlangen könne, dass ein Elternteil ausschließlich zu Hause bleibe, den Haushalt führe und Kinder hüte. "Das kann sich vielleicht ein Herr Dörfler mit dem Gehalt eines Landeshauptmannes leisten, der überwiegende Teil der österreichischen Familien braucht aber zwei Einkommen, um ihr Leben finanzieren zu können", so Wurm, die weiter ausführte, dass es "interessant zu wissen" wäre wie nach Meinung Dörflers eine Alleinerzieherin das von ihm gewünschte Bild des Heimchens am Herd umsetzen solle. ****

"Es scheint, als hätte Herr Dörfler an der Spitze des Kärntner BZÖ völlig den Blick für die Realität der mittleren und unteren Einkommensschichten verloren", zeigte sich Wurm verwundert. Das Dörflersche Wunschbild vom Heimchen am Herd habe auch in den vergangenen Jahrhunderten nicht existiert, so die SPÖ-Frauensprecherin, die daran erinnerte, dass die meisten Frauen auch damals am Feld oder in den Fabriken arbeiten mussten, um ihre Familien ernähren zu können. Die von Dörfler genannten Probleme, mit denen Frauen angeblich in der aktiven Politik konfrontiert würden, seien lediglich eine Folge patriarchalischer Strukturen.

Es sei höchste Zeit, diese veralteten Strukturen aufzubrechen und Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern - und dies nicht nur in der Politik. Auch müssten Männer sich mehr an der unbezahlten Familienarbeit beteiligen, so Wurm, die das einkommensabhängige Karenzgeld als wichtigen Vorstoß in die richtige Richtung nannte. "Aussagen wie die von Herrn Dörfler erwecken den Anschein, als wäre der jahrzehntelange Kampf der Frauen für Emanzipation und Gleichberechtigung spurlos an ihm vorübergegangen", so Wurm, die die Aussagen Dörflers abschließend als "Spiegelbild eines verschrobenen Wertesystems" bezeichnete. (Schluss) sv

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