AK OÖ warnt vor Schuldensanierungsangeboten der Firmen Eurareg GmbH und Mardim AG

Linz (OTS) - Mehrere Anfragen und Beschwerden zu den Firmen
Eurareg GmbH und Mardim AG sind bei der AK OÖ eingelangt. Die betroffenen Konsumentinnen und Konsumenten sind ursprünglich der Meinung, dass ihnen ein Kredit vermittelt wird. Tatsächlich handelt es sich aber um die Vermittlung einer Finanzsanierung, wofür vorab hohe Gebühren verlangt werden. Zur Auszahlung eines Kreditbetrages kommt es nicht.

Von der Firma Eurareg GmbH (Am Europaplatz 2, 1120 Wien) geschädigt fühlt sich beispielsweise Herr Richard D. aus Linz. Wie er der Konsumenteninformation der AK OÖ erzählte, wurde ihm letztes Jahr von der Firma ein "Abruf-Scheck" übermittelt, der ihm eine Finanzierung mit einem Betrag seiner Wahl in Aussicht stellte. Herr D. rief bei der Firma an und ein Mitarbeiter bestätigte ihm, dass es sich um einen Kredit handle. Er setzte den benötigten Betrag in den "Scheck" ein und sandte ihn an Eurareg zurück. Als Antwort erhielt er im Dezember eine "Zusagegarantie" und nach Bezahlung des vereinbarten Aufwandersatzes von Euro 399,50 den "genehmigten Originalvertrag".

Den "Finanzsanierungsvertrag" erhält Herr D. im Jänner. Für die Übergabe wird eine "Makler-Courtage" von 6000 Euro fällig. Auf seine Nachfrage, warum diese Kosten nicht von der Kreditsumme abgezogen werden, behauptete ein Mitarbeiter, dass die Gesetzeslage dies verlange. Man einigte sich auf eine Courtage von 3000 Euro, die Herr D. in der Hoffnung überwies, endlich einen Ausweg aus seiner Schuldensituation gefunden zu haben. Er sandte den Originalvertrag zurück und erhielt ein Schreiben der Firma Mardim AG (8102 Oberengstringen, Schweiz), welche sich für den Eingang der Vertragsunterlagen bedankte und die erste Monatsrate forderte. Eine Kreditauszahlung erfolgte bis heute nicht.

Für Konsumenten/-innen schwer nachvollziehbar, bietet die Firma Eurareg GmbH keine Kreditauszahlung an, sondern vermittelt nur die angebliche Sanierung bestehender Schulden und verlangt dafür hohe Gebühren. Aus Sicht der AK-Experten/-innen sind die Verträge irreführend. Hätten die Betroffenen erkannt, dass es zu keiner Auszahlung kommt, hätten sie die Verträge nicht geschlossen und keine Zahlungen geleistet.

Die Vorgehensweise erinnert stark an die bei Konsumentenschützern bekannte Schweizer Firma Helvetica Finanz AG. 174 Kunden dieser Firma haben sich zwischen November 2006 und Oktober 2008 bei der AK OÖ gemeldet, die eine Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft Linz übermittelte. Diese hat zwar damals kein Strafverfahren eingeleitet, die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen hat aber eine Strafuntersuchung gegen die verantwortlichen Personen der Firma wegen Betrugsverdachts geführt. Da es sich diesmal um ein österreichisches Unternehmen handelt, erhoffen sich die Konsumentenschützer der AK OÖ Unterstützung von der Staatsanwaltschaft Linz.

Dazu AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: - Basierend auf den bisher eingegangenen Beschwerden werfen wir der Firma Eurareg GmbH vor, dass sie den Konsumenten bewusst irreführend formulierte Werbeschreiben und Verträge zustellt. Wir haben die Staatsanwaltschaft Linz um strafrechtliche Prüfung ersucht. Es muss verhindert werden, dass Firmen in so schwierigen Zeiten die Notsituation von Konsumenten ausnutzen, um Geschäfte zu machen.

Kontakt: Dr. Walter Sturm, Tel. 050/6906-2192
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