"Papst sagte nichts über Abtreibung, wenn Schwangeren der Tod droht"

Nebensatz Benedikts XVI. in seiner großen Rede über die Entwicklung Afrikas im "Palacio Presidencial" in Luanda führte zu Polemiken -Klarstellung P. Lombardis

Luanda, 21.3.09 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat keine Aussagen über jene Fälle gemacht, in denen Frauen durch die Fortsetzung einer Schwangerschaft in Lebensgefahr geraten würden. Dies betonte der vatikanische Pressesprecher P. Federico Lombardi SJ im Hinblick auf die Polemiken um die große Rede des Papstes über die Entwicklung Afrikas vor angolanischen Politikern und in Luanda akkreditierten Diplomaten vom Freitagabend.

Benedikt XVI. hatte bei seiner Rede im "Palacio Presidencial" einerseits gefordert, dass die Afrikaner die Entwicklung des Kontinents selbst in die Hand nehmen, andererseits die Industriestaaten daran erinnert, dass sie seit Jahrzehnten versprochen haben, 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden. Im Zusammenhang mit der in Afrika verbreiteten "Gewalt gegen Frauen" war der Papst kurz auch auf politische Bestrebungen zur Förderung der Abtreibung eingegangen. Wörtlich sagte Benedikt XVI.: "Wie bitter ist die Ironie derjenigen, die Abtreibungen zum Mittel der Pflege der Gesundheit der 'Mütter' erheben wollen. Wie befremdlich ist die These, wonach die Unterdrückung des Lebens eine Frage von reproduktiver Gesundheit sei". Im Redetext des Papstes war in Klammern ein Hinweis auf Artikel 14 des "Protokolls von Maputo" enthalten. Das im Sommer 2003 verabschiedete "Protokoll von Maputo" umschreibt die "Frauenrechte" in Ergänzung zur "Afrikanischen Charta der Menschen-und Völkerrechte". Artikel 14 handelt über "Gesundheit und reproduktive Rechte". Absatz 2 c besagt, dass die Staaten in Fällen von "Vergewaltigung, Inzest oder wenn die Fortsetzung der Schwangerschaft die psychische und physische Gesundheit der Mutter oder das Leben der Mutter oder des Foetus gefährdet", die medizinische Abtreibung gewährleisten sollen.

Die Formulierung entspricht UNO-Dokumenten, die von der katholischen Kirche wegen ihrer Unbestimmtheit immer abgelehnt wurden. Dementsprechend sagte P. Lombardi, dass internationale Gesundheitsprogramme für Frauen nicht zum Freibrief für Schwangerschaftsabbrüche als medizinische Dienstleistung werden dürften. Dabei handle es sich um ein "klassisches Thema", zu dem der Vatikan wiederholt Stellung bezogen habe, unter anderem vor den Vereinten Nationen selbst. Benedikt XVI. habe nichts anderes getan, als diese Position des Heiligen Stuhls in Erinnerung zu rufen. (ende)
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