GPA-djp-Proyer: Schlecker soll Beschäftigte endlich fair behandeln!

Mehrstundenzuschläge werden verhindert - Schließungsgerüchte verunsichern Beschäftigte

Wien (GPA-djp/ÖGB) - "Schlecker bleibt offenbar weiterhin seinem Image als Arbeitgeber treu: Statt faire Arbeitsbedingungen zu schaffen, versucht Schlecker eine GPA-djp-Information für die Beschäftigten zu kriminalisieren", sagt der stv. Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Karl Proyer. Schlecker umgeht gezielt die gesetzlichen Regelungen zum Teilzeit-Mehrarbeitszuschlag. ++++

Die GPA-djp hat eine Vereinbarung erhalten, wonach in zumindest rechtlich bedenklicher Weise die vorgesehenen Durchrechnungszeiträume bei Teilzeitarbeit ausgedehnt wurden. Diese Ausdehnung hat zur Folge, dass der gesetzlich vorgesehene Mehrstundenzuschlag von 25 Prozent in der Praxis kaum Anwendung findet.

Um auf Nummer sicher zu gehen, wird in dieser Vereinbarung zusätzlich festgehalten, dass zuerst zuschlagspflichtige Stunden konsumiert werden und erst dann zuschlagsfreie. "Mit diesen Regelungen beweist Schlecker einmal mehr, dass das Unternehmen nicht bereit ist, den Beschäftigten einen fairen Anteil am Unternehmenserfolg zukommen zu lassen", ärgert sich Proyer, "es ist unhaltbar, den ohnehin niedrig entlohnten Beschäftigten auf diesem Weg auch noch Zuschläge, die rechtmäßig vorgesehen sind, zu verwehren."

Die GPA-djp hat im Internet unter http://www.gpa.at/schlecker eigene Informationsseiten für Schlecker-Beschäftigte zum Mehrstundenzuschlag eingerichtet, wo diese unter anderem auch über die Nachteile der Vereinbarung informiert werden. Die Reaktion von Schlecker war bezeichnend: Anstatt den Dialog zur Verbesserung und rechtlich einwandfreien Gestaltung dieser Vereinbarung zu suchen, wurde die GPA-djp mit Gerichtsverfahren bedroht. Die Gewerkschaft rät den ArbeitnehmerInnen, ihre Ansprüche trotz Vereinbarung geltend zu machen, weil gute Chancen zur Rechtsdurchsetzung bestehen.

Unklar ist weiterhin, wie es um die Standorte von Schlecker in Österreich bestellt ist. "Diese Gerüchte verunsichern die Menschen zusätzlich", so Wirtschaftsbereichssekretär Manfred Wolf, "wir fordern Schlecker auf zu sagen, wie es mit den Standorten und den Angestellten in Österreich weitergeht. Die ArbeitnehmerInnen und BetriebsrätInnen haben ein Recht auf Information, weil sie es sind, die für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens arbeiten!"

ÖGB, 20. März 2009 Nr. 153

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