Offener Brief von LR Heuras an LehrerInnen

St. Pölten (NÖI) - Sehr geehrte Frau Direktorin!
Sehr geehrter Herr Direktor!
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen!

Seit kurzem bin ich als neues Mitglied der NÖ Landesregierung zuständig für den Bereich Bildung und Schule in unserem Bundesland. Die Schaffung eines eigenständigen Ressorts vor einem Jahr unterstreicht den Stellenwert, den das Land Niederösterreich der Bildung in unserem Bundesland beimisst. Die aktuelle von Bundesministerin Schmied ausgelöste "Bildungsdiskussion" bringt es mit sich, dass ich derzeit - verständlicherweise - zahlreiche Briefe und e-Mails von frustrierten und verunsicherten Kolleginnen und Kollegen erhalte.

Als Vater, langjähriger Bürgermeister und Abgeordneter, vor allem aber als Lehrer und Schülerberater an der HTL Waidhofen/Ybbs kenne ich die Bildungslandschaft von innen und außen. Gerade als Pädagoge empfinde ich die derzeitige Diskussion und Vorgangsweise der Ministerin unerträglich, sie schadet massiv der Qualität unseres Schulsystems, gefährdet die Früchte Ihrer engagierten Arbeit und diffamiert in unzulässiger Weise die ganze Berufsgruppe in der Öffentlichkeit.

Es ist mir daher ein großes Anliegen, mich für Ihre nicht gerade leichte, aber großartige Arbeit, die Sie alltäglich leisten - auch am Abend oder am Wochenende -, zu bedanken. Mir ist bewusst, dass die Erziehungsarbeit einen immer breiteren Raum einnimmt. Arbeit für die Schule auf die Unterrichtszeit zu beschränken ist unzulässig und daher entschieden zurückzuweisen. Schulpolitik nur mit dem Rechenstift schadet der Qualität und gefährdet zahlreiche Projekte, die nur dem Engagement zahlreicher Pädagoginnen und Pädagogen entspringen.

Ich bin davon überzeugt, die überwiegende Lehrerschaft ist bereit für Maßnahmen, wenn sie der Qualität dienen. Unter diesem Gesichtspunkt sollte ein ganzes Bündel von Maßnahmen diskutiert werden: Unterstützung und Entlastung bei verhaltensauffälligen Schülern und Sozialisierungsprozessen, Ausstattung von Arbeitsplätzen, Verstärkung der Schulautonomie mit Schaffung von Leistungsanreizen, Verbesserungen im Bereich der Aus- und Fortbildung, ein modernes und flexibleres Dienstrecht (Lebensarbeitszeit, Lebensverdienstsumme) und weitere qualitätssteigernde Maßnahmen aus Sicht aller Schulpartner.

Niederösterreich war in der Vergangenheit ein guter Partner der Lehrerinnen und Lehrer (Bsp. Klassenschülerhöchstzahl im Pflichtschulbereich) und wird sich auch in Zukunft bei der Schul- und Bildungspolitik vom Gesichtspunkt der Qualität und vom Wohl des Kindes leiten lassen. Unverzichtbarer Garant dafür ist eine engagierte und motivierte Lehrerschaft. Dafür haben Sie meine Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Johann Heuras
Landesrat

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