Schule: Lehrstundenerhöhung gefährdet hunderte Religionslehrerstellen

"Fraktion Christlicher Gewerkschaftler" (FCG) betont, dass jeder elfte Religionslehrerposten betroffen ist

Wien, 20.3.09 (KAP) Mehrere hundert Religionslehrerstellen sind laut Auskunft der Fraktion Christlicher Gewerkschaftler (FCG) durch die Reformpläne von Bildungsministerin Claudia Schmied gefährdet. Wie der Leiter der "Arbeitsgemeinschaft Religion" der FCG, Johannes Idinger, im Gespräch mit "Kathpress" betonte, würden die Pläne der Ausweitung der Lehrstunden dazu führen, dass im Pflichtschulbereich jeder elfte Religionslehrerposten zur Disposition stehe. "Der Kuchen an zu unterrichtenden Religionsstunden wird ja nicht größer, das heißt, wir brauchen weniger Lehrer, um diese Stunden zu unterrichten", so Idinger.

Das besondere Dilemma für Religionslehrer besteht laut Idinger darin, dass sie im Pflichtschulbereich per Gesetz nur den Gegenstand Religion unterrichten dürfen. Sie verfügen also über kein weiteres Unterrichtsfach, das sie im Fall einer Kündigung oder eines auslaufenden Vertrages weiter unterrichten könnten. Betroffen seien gerade auch jene Religionslehrer, die keine volle Lehrverpflichtung innehaben, da sie bei gleicher Arbeitsleistung mit Gehaltseinbußen zwischen 8 und 10 Prozent rechnen müssten, warnt Idinger.

Einer vollen Lehrverpflichtung im Fach Religion entsprechen derzeit 22 Unterrichtsstunden pro Woche. Laut Ministerplan soll die Unterrichtszeit auf 24 Wochenstunden erhöht werden. Rein rechnerisch ergibt dies eine Streichung jedes elften Lehrerpostens.

Zudem weist Idinger darauf hin, dass Religionslehrerinnen und -lehrer in Vollbeschäftigung schon heute mehrere Schulstandorte zu betreuen haben. Wenn die Maßnahme des Ministeriums umgesetzt werden sollte, würde dies zugleich bedeuten, dass weniger Lehrer noch mehr Standorte zu betreuen haben. Dies sei jedoch "ein kaum mehr administrierbarer und den Kollegen nicht zumutbarer Zustand", so Idinger.

Im Bereich der weiterführenden Schulen sei die Situation nur unwesentlich entspannter, so Idinger weiter. Zwar verfüge hier rund die Hälfte aller Religionslehrerinnen und -lehrer über ein zweites Unterrichtsfach, doch werde auch dort der Konkurrenzkampf um die vorhandenen Posten größer.

Bildungsministerin bereits informiert

Wie die geschäftsführende Leiterin des Interdiözesanen Amtes für Unterricht und Erziehung, Hofrat Christine Mann, im Gespräch mit "Kathpress" erklärt, sei man auch von Seiten der zuständigen diözesanen Schulämter über die Entwicklung besorgt. Nun gelte es jedoch zunächst die Verhandlungsergebnisse mit der Ministerin abzuwarten. Darüber hinaus stehe man bereits mit der Ministerin "in direktem und gutem Kontakt" und habe "die Besonderheiten, die es für Religionslehrerinnen und -lehrer im Pflichtschulbereich gibt, bei ihr deponiert", so Mann. (ende)
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