2008 kein Rekord, aber zweitbestes Kongress-Jahr für Wien

Wien (OTS) - 2008 konnte die Kongressstadt Wien ihren Rekord von 2007 nicht brechen, aber doch das zweitbeste Kongressjahr verzeichnen. Dies berichtete Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner bei der am Freitag, 20. März 2009, gemeinsam mit Tourismusdirektor Norbert Kettner und dem Leiter des Vienna Convention Bureau im WienTourismus Christian Mutschlechner abgehaltenen Pressekonferenz zur Wiener Kongress-Bilanz 2008.****

Als Gastredner referierte Peter Baierl, Executive Director der Europäischen Gesellschaft für Radiologie, über den zehn Tage zuvor zu Ende gegangenen Radiologie-Kongress, der alljährlich und ausschließlich in Wien stattfindet - heuer war es das 15. Mal.

"Wie allgemein erwartet, konnten in einem Jahr, wo der Schwerpunkt auf einem Jahrhundert-Sportereignis gelegen ist, keine neuen Rekorde für den Kongress-Tourismus erzielt werden, berichtete Vbgm.in Brauner, "Das betrifft nicht die Gesamtanzahl der Veranstaltungen, da konnte Wien mit 3.259 nationalen und internationalen Kongressen sowie Firmenveranstaltungen sogar ein Plus von 18 Prozent verzeichnen. Dennoch lagen die in diesem Sektor bewirkten Nächtigungen - es waren 1.261.494 - um 11 Prozent unter dem Vergleichwert 2007, und der Beitrag der Wiener Tagungsindustrie von 654,39 Millionen Euro zur landesweiten Wertschöpfung lag um 14 Prozent darunter. Sowohl bei den Nächtigungen als auch bei der Wertschöpfung war 2008 allerdings Wiens zweitbestes Kongress-Jahr, und die Wiener Tagungsindustrie hat mehr als 13.000 Ganzjahres-Arbeitsplätze gesichert."

Warum trotz des deutlichen Zuwachses an Veranstaltungen Nächtigungen und Wertschöpfung zurückgingen, erklärte Brauner folgendermaßen: "Das liegt an der Struktur des Wiener Kongressgeschäfts. Internationale Kongresse haben darin einen sehr hohen Anteil, was sich in den Nächtigungen und beim Umsatz niederschlägt. Gerade sie sind 2008 zurückgegangen. Doch was 2008 ein Nachteil war, kommt uns heuer wieder zugute. Internationale Kongresse sind nämlich viel krisenresistenter als Firmenveranstaltungen, deshalb ist Wien im Gegensatz zu vielen anderen Kongressstädten, die keinen so hohen Anteil an internationalen Kongressen haben, auch heuer sehr gut gebucht. Wir dürfen davon ausgehen, dass wir 2009 wieder an die Rekordzahlen von 2007 anknüpfen werden."

Für Tourismusdirektor Kettner ist Wiens Kongress-Ergebnis 2008 "Ein 'Ausreiße' in einer langjährigen Kette von Zuwächsen, der noch dazu vorprogrammiert war. Schon 2002, als bekannt wurde, dass Wien Host City der Fußball EM sein würde, wussten wir, dass 2008 kein großes Kongress-Jahr werden würde. Internationale Kongresse haben in Wien einen Anteil von 70 Prozent aller durch die Tagungsindustrie verursachten Nächtigungen, bei der Wertschöpfung liegt ihr Anteil bei 72 Prozent. Nicht außer Acht zu lassen ist auch, dass der Europäische Kardiologenkongress, der teilnehmer- und nächtigungsstärkste Kongress Europas, die Kongress-Bilanz 2007 entsprechend 'aufgefettet' hat. Vor diesem Hintergrund und nach dem besonders starken Zuwachs im Kongress-Jahr 2007 ist dem Ergebnis 2008 als zweitbestem der Wiener Tagungsindustrie gebührender Stellenwert beizumessen. Es soll nicht schöngeredet werden, denn ein Minus ist nie schön, aber es wäre auch nicht seriös, es hinunterzuspielen. Zu Wiens Rekordergebnis 2008 von 10,2 Millionen Nächtigungen hat das Aufkommen aus Kongressen und Firmentagungen 12,3 Prozent beigetragen. Die direkten Ausgaben der Gäste aus diesem Sektor betrugen pro Kopf und Tag durchschnittlich 415 Euro."

654 Mio. Euro Wertschöpfung, von denen ganz Österreich profitiert

Von den in Wien 2008 abgehaltenen 3.259 Veranstaltungen (+ 18 Prozent gegenüber 2007) waren 703 Kongresse (- 2 Prozent), davon 472 internationale (- 9 Prozent) und 231 nationale (+ 17 Prozent) sowie 2.556 Firmenveranstaltungen (+ 25 Prozent). Mit den von ihnen bewirkten 1.261.494 Nächtigungen (- 11 Prozent) und der landesweiten Wertschöpfung von 654 Millionen Euro (- 14 Prozent) ging auch ein Steueraufkommen von 180,3 Millionen Euro einher. Dem Bund kamen davon 117,2 Millionen Euro zugute, Wien 21,9 Millionen, der Rest den anderen Bundesländern bzw. Gemeinden. Die Wertschöpfung wurde von Dr. Martina Stoff-Hochreiner, Unternehmensberaterin und Lehrbeauftragte an der Wirtschaftsuniversität Wien, berechnet und umfasst alle inlandswirksamen Umsätze. Neben den direkten Ausgaben von VeranstaltungsteilnehmerInnen, Veranstaltern, Ausstellern und Begleitpersonen sind dies auch Umsätze in "vorgelagerten" Wirtschaftszweigen (z.B. Bauwirtschaft, Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Druckereigewerbe, Banken, Kommunikationsunternehmen etc.).

Europäischer Radiologie-Kongress: konstantes Highlight in Wiens Kongresskalender

Zu den größten Kongressen zählte 2008 - und keineswegs nur in dem Jahr - der Europäische Radiologie-Kongress. Er ist Wiens "treuester" Kongress hat seit seiner Erstveranstaltung noch nie anderswo getagt. Von 1991 bis 1999 wurde er alle zwei Jahre abgehalten, seit 2000 ist er alljährlich im März ein konstantes Highlight des Wiener Kongresskalenders. Heuer fand er von 6. bis 10. März, wie gewohnt im Austria Center Vienna, statt und verzeichnete ein kleines Jubiläum, denn es war das 15. Mal.

Peter Baierl, Executive Director der Europäischen Gesellschaft für Radiologie, berichtete darüber: "Mit 18.200 Teilnehmern aus 97 Ländern verzeichnete der European Congress of Radiology 2009 einen neuen Rekord. Unsere Teilnehmer kommen aus aller Welt. Unter den Top 15 Ländern sind vorwiegend westeuropäische Staaten, aber auch Polen, Russland und die USA. Unsere Strategie, für jeden ECR neue Märkte zu erschließen, hat sich in den letzten Jahren schon mit China, Korea und Japan als erfolgreich erwiesen. Für den heurigen Kongress haben wir dem Iran zielgerichtete Aktivitäten gewidmet, was sich in einem Teilnehmerzuwachs von über 50 Prozent niederschlug. Unser Fokus für die nähere Zukunft wird sich auf Lateinamerika richten." Die Auswirkungen des ECR auf Wiens Hotellerie beziffert Baierl folgendermaßen: "Etwa 16.000 der Kongressbesucher kommen aus dem Ausland und verbringen durchschnittlich drei Nächte in Wiener Hotels, was geschätzte 48.000 Nächtigungen ergibt." Derzeit ist gesichert, dass der Europäische Radiologie-Kongress Wien bis 2017 die Treue halten wird.

2009: Kongressdestination Wien 2009 gut unterwegs und Vienna Convention Bureau feiert 40. Geburtstag

Zur Lage der Wiener Tagungswirtschaft im laufenden Jahr betonte Christian Mutschlechner, Leiter des Vienna Convention Bureau im WienTourismus: "In Wiens Kongressaufkommen 2009 schlägt die Weltwirtschaftskrise nicht so durch wie in Destinationen, die weniger stark bei internationalen Kongressen, also im Association Business, sind. Verbandsveranstaltungen werden weltweit trotz der Krise nahezu völlig unvermindert abgehalten. Dies bestätigen aktuellste Informationen der International Congress and Convention Association, die den globalen Überblick hat. Ein großer Vorteil Wiens ist hier auch seine besondere Stärke bei internati0nalen Kongressen mit humanmedizinischen Themen - mehr als ein Drittel aller Kongress-Nächtigungen wird damit erzielt. Diese zumeist auch besonders publikumsstarken Veranstaltungen haben einen Vorbereitungsvorlauf von vielen - oft bis zu fünf - Jahren, der für den Veranstalter auch mit beträchtlichen Vorinvestitionen verbunden ist. Sowas sagt man auch bei einer Weltwirtschaftskrise nicht kurzfristig ab. Wien ist daher heuer als Kongressstadt exzellent gebucht. Im September sind die Kongress-Locations so ausgebucht, dass wir schon seit Ende vorigen Jahres größere Veranstaltungen abweisen müssen, wenn es uns nicht gelingt, sie auf einen anderen Monat umzulenken."

Für das Vienna Convention Bureau ist 2009 ein Jubiläumsjahr: Es nahm im Frühjahr 1969 als "Kongressreferat" im Wiener Fremdenverkehrsverband (so der damalige Name des WienTourismus) seine Tätigkeit auf, damals wie heute getragen von der Stadt Wien und der Wirtschaftskammer Wien. Sein 40-Jahre-Jubiläum begeht es mit einem Zukunfts-Symposion am 28. April (schriftliche Einladungen mit Detailprogramm und Anmeldeformalitäten ergehen Anfang April).

Highlights für Wiens Tagungsindustrie 2009

o Europäischer Radiologenkongress 18.000 TeilnehmerInnen 6.-10.3. Austria Center Vienna o Europäische Geowissenschaftliche Union 8.000 TeilnehmerInnen 19.-23.4. Austria Center Vienna o Internationaler Kongress zu Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivität 1.500 TeilnehmerInnen 21.-14.5. Hofburg Kongresszentrum o EFORT - Europäischer Orthopädie-Kongress 7.000 TeilnehmerInnen 3.-6.6. Austria Center Vienna o Europ. Kongr. für Ernährung und Metabolismus 3.000 TeilnehmerInnen 29.8.-1.9. Reed Messe Wien o Kongress der European Respiratory Society 15.000 TeilnehmerInnen 12.-16.9. Reed Messe Wien o Meeting d. Europäischen Diabetes-Vereinigung 15.000 TeilnehmerInnen 29.9.-2.10. Reed Messe Wien o Europäischer Kongress für Intensivmedizin 3.500 TeilnehmerInnen 11.-14.10. Austria Center Vienna o IFRA Expo (Druckerei und Printmedien) 10.000 TeilnehmerInnen 12.-15.10. Reed Messe Wien o Europäischer Herz-Thorax-Chirurgie-Kongress 5.000 TeilnehmerInnen 17.-21.10. Austria Center Vienna

(Schluss) wtv

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