10 Jahre nach dem Krieg: 1.600 Flüchtlinge leben nach wie vor in Rotkreuz-Camps

Wien/Podgorica (Rotes Kreuz) - Am 24. März jährt sich der Beginn des Kosovo-Kriegs zum zehnten Mal. Tausende Menschen mussten damals fliehen. Viele davon nach Albanien und Montenegro. Heute noch leben 1.600 Flüchtlinge in einem Rotkreuz-Camp in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica. "Die meisten Flüchtlinge kommen aus dem ländlichen Raum und haben keine Perspektive in den Kosovo zurückzukehren", sagt Mensut Krpuljevic vom Montenegrinischen Roten Kreuz.
Während des Konflikts im Jahr 1999 betrieb das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) ein weiteres Flüchtlings-Camp im benachbarten Albanien. Schon kurz nach Ausbruch der Kämpfe konnten nahe der Stadt Shkodra 3.700 Flüchtlinge aufgenommen werden. "Diese Familien konnten allerdings nach Kriegsende im Sommer 1999 in ihre Heimat zurückkehren", berichtet Günter Stummer, der das Camp leitete. "Wir haben sie dann im Kosovo beim Wiederaufbau ihrer Häuser unterstützt." Das ÖRK startete im Juli 1999 in Istog, im Nordosten des Kosovo, ein Projekt zum Wiederaufbau. Noch vor Wintereinbruch hatte das Rote Kreuz in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen 1.500 Häuser kältefest gemacht. Das bewahrte 10.300 Personen vor einer Überwinterung im Freien oder in Notzelten.
"Ohne Wenn und Aber haben die Rückkehrer, darunter viele Frauen und Kinder, selbständig ihre Häuser wiederaufgebaut", erzählt Andrea Wissinger, die das Programm leitete. "Wir Helfer haben lediglich Baumaterial verteilt und überprüft, ob die notwendigen Reparaturmaßnahmen zufriedenstellend durchgeführt worden sind. Ganz nach dem Prinzip ‚Hilfe zur Selbsthilfe’."
Die Rotkreuz-Hilfe bei Wiederaufbau dauerte bis zum November 2000 an. Bis dahin konnten auch acht Schulen und Kindergärten saniert werden. Auch heute ist das ÖRK am Balkan aktiv. Derzeit unterstützt es das Montenegrinische Rote Kreuz bei der Katastrophenvorsorge und bei Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel.

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