"Creative Cities. Das Versprechen der kreativen Ökonomie": Ö1-Symposium im ORF-RadioKulturhaus am 31.3.

Wien (OTS) - "Creative Cities. Das Versprechen der kreativen Ökonomie" - so das Thema eines von Ö1 veranstalteten Symposiums am Dienstag, den 31. März. Beginn ist um 14.00 Uhr im ORF-RadioKulturhaus, der Eintritt ist frei.

2009 ist das "Jahr der Kreativität und Innovation" und die Europäische Union hat sich "Die Förderung der Kreativität für alle" auf ihre Fahnen geschrieben. Mit dem Ende des Industriezeitalters werden die "Creative Industries" von Regierungen weltweit als wirtschaftliches Hoffnungsgebiet beschworen. Kreativität wird dabei als unerschöpfliche Ressource, gar als "Öl des 21. Jahrhunderts" mystifiziert. Flexibel und selbstbestimmt werken Menschen in kreativen Berufen rund um die Uhr, mit viel Enthusiasmus, oft ohne soziale Sicherheit. Statt fremdbestimmter Lohnarbeit ist Selbstverwirklichung angesagt. Wo sich "kreative Cluster" bilden, florieren Bars, Boutiquen und Galerien. Die Stadt wird zur Spielwiese für die "kreative Klasse" und das Image der kreativen Ökonomie zur positiven Utopie. Arbeitsplätze - so wird suggeriert - schafft man sich selbst, im Home Office, im virtuellen Netzwerk. Befristete "Projekte" ersetzen immer öfter den Job auf Lebenszeit. Lebenslanges Lernen soll die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Doch von der Wertschöpfung der "Ideenwirtschaft" profitieren nur ganz wenige, meist große Unternehmen der Kulturindustrie. Das durchschnittliche Einkommen der "cultural workers" ist sehr gering. Entsteht damit ein neues intellektuelles Proletariat, eine Art Tagelöhnertum im Zeitalter von Web 2.0., selbständig aber doch nicht frei?

Vortragende sind Richard Barbrook (Westminster University, London), Diedrich Diederichsen (Kulturwissenschafter, Berlin/Wien), Geert Lovink (Institute of Network Culture, Amsterdam), Inke Arns (Hartware Medienkunstverein, Dortmund), Jaime Stapleton (Experte für Intellectual Property, University of London) und Maurizio Lazzarato (Soziologe und Philosoph, Paris). Zum Abschluss der Veranstaltung diskutieren Andreas Spiegl (Vizerektor der Akademie der Bildenden Künste), Monika Mokre (Politikwissenschafterin, "FOKUS"), Christoph Thun-Hohenstein (departure Geschäftsführer), Stefan Leitner-Sidl (Gründer der Schraubenfabrik), Walter Gröbchen (Labelbetreiber) und die Künstlerin Marion von Osten über die Frage "Vom Versprechen der kreativen Ökonomie: Fantasma oder Paradigmenwechsel?". Für den künstlerischen Rahmen sorgt die Performance von Marlies Pöschl (cre-activity check), Djana Covic & Fahim Amir (live models).

Das Symposium "Creative Cities. Das Versprechen der kreativen Ökonomie" wird von der Ö1-Wissenschaftsredaktion in Kooperation mit dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung; departure -wirtschaft, kunst und kultur gmbh; dem Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds WWTF und impulse - Austria Wirtschaftsservice GmbH veranstaltet. Es findet am 31. März 2009 ab 14.00 Uhr im Großen Sendesaal des RadioKulturhauses, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien, statt. Der Eintritt ist frei.

Zum Auftakt steht ein Ö1-"Radiokolleg" ganz im Zeichen der Kreativwirtschaft: Die vierteilige Sendung - in der u.a. Richard Florida, Autor des Bestsellers "The Rise of the Creative Class" zu Wort kommt - steht von 23. bis 26. März jeweils ab 9.05 Uhr auf dem Programm von Ö1 (Wh.: 22.15 Uhr). Aktuelle Berichte zum Thema des Symposiums gibt es auf FM4, im Rahmen der Ö1-Reihe "Digital.Leben" und im Ö1-"Kulturjournal". Auch die Sendung "matrix" am 5.4. (Ö1, 22.30 Uhr) beschäftigt sich mit "Creative Class. Von immaterieller Arbeit und materieller Not". Nähere Informationen zum Programm von Österreich 1 sind abrufbar unter http://oe1.orf.at.(ih)

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