Energiegespräche: Energieversorgung in der Investitionsklemme?

Wien (OTS) - Mit gezielten Konjunkturpaketen und entsprechenden Investitionen in Erneuerbare lässt sich die Wirtschaftskrise als Chance nutzen! Das ist das Fazit der Energiegespräche der Österreichischen Energieagentur, die sich am 17. März der spannenden Frage widmeten: Welche Auswirkungen hat die Finanzkrise auf Investitionen in Energieversorgung, Erneuerbare und Effizienzmaßnahmen?

In Zeiten der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise stehen Rationalisierungen, Einsparungen und Investitionsstopps in vielen Branchen an der Tagesordnung. Wie aber verhält es sich mit Investitionen im Energiebereich? Wird noch genug in Energieversorgung, Energieeffizienz und Erneuerbare investiert?
Oder ergeht es dem Energiesektor ähnlich wie vielen anderen Wirtschaftszweigen? Zu diesem brandaktuellen Thema referierten im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Energiegespräche", die in Kooperation mit der Energy Economics Group der TU Wien und dem Technischen Museum stattfinden, Herbert Lechner von der Österreichischen Energieagentur, Dorothea Sulzbacher vom OMV Future Energy Fund, Peter Nowotny von der Siemens AG und Johann F. Mayer von der Energieallianz Austria. Zahlreiche interessierte BesucherInnen folgten der Einladung zu den Energiegesprächen, die im Festsaal des Technischen Museums stattfanden. Nach den spannenden Referaten gab es für das Publikum noch die Möglichkeit zur Diskussion mit den Podiumsgästen.

"Wenn Energieversorgung in die "Investitionsklemme" gerät, gefährdet das Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit. Wichtig in Krisenzeiten sind nachhaltige, konjunkturbelebende Investitionen - vor allem in Energieeffizienz. Global sind dafür mehr als 1.000 Mrd. Dollar pro Jahr notwendig. Für Österreich brauchen wir dringend das vom VEÖ vorgeschlagene 15 Mrd. Euro-Investitionspaket in Wasserkraft, Wind und Biomasse", so Herbert Lechner, stv. Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.

Der OMV Future Energy Fund sieht in der Wirtschaftskrise eine große Herausforderung. "Durch geringe Finanzierungsmöglichkeiten, Risikominimierung der Banken und einen niedrigen Ölpreis sind die Investitionsbedingungen bei Erneuerbaren derzeit schwierig. Ungeachtet dessen ist es unser Ziel, das OMV Geschäftsportfolio mit Erneuerbaren weiterzuentwickeln und verstärkt in Erneuerbare Energieträger - wie z.B Biogas oder Geothermie - zu investieren", so Dorothea Sulzbacher, Geschäftsführerin des OMV Future Energy Fund.

Aus Sicht des Energiedienstleistungsunternehmens Energieallianz Austria (EAA) ist die Elektrizitätswirtschaft von der Finanzkrise zwar auf allen Wertschöpfungsebenen, sprich Produktion, Netz und Vertrieb, betroffen. Im Vergleich zu anderen Sektoren der Volkswirtschaft sieht Johann F.Mayer, Vertriebsleiter der EAA, die Auswirkungen aber weniger dramatisch. "Die Strommärkte funktionieren. Wir sollten aber einen neuen Protektionismus und die Abschottung von nationalen Märkten vermeiden", so Mayer.

"Investitionen in Forschung und Entwicklung im Energiebereich sind ein Schlüssel zur Zukunftssicherung und zur Bewältigung der Finanzkrise", zeigt sich auch Peter Nowotny, Division Manager der Siemens AG, optimistisch. Österreich müsste gerade jetzt die Investitionen in Forschung und Entwicklung erhöhen, um seine Technologiekompetenz in der Energieforschung weiter auszubauen.

Das Fazit des Abends: Trotz Schwierigkeiten für die Energiebranche - sowohl in Produktion und Vertrieb, als auch Technologie und Forschung - birgt die Wirtschaftskrise auch eine Chance für Klima und Wirtschaft!

Die Vorträge der ExpertInnen stehen unter www.energyagency.at/energiegespraeche zum Download bereit.

Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency:

Die Österreichische Energieagentur ist das nationale Kompetenzzentrum für Energieeffizienz in Österreich. Sie berät auf Basis ihrer vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen in der Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme, führt gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch und entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt klima:aktiv - die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums -operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Weitere Informationen für Mitglieder und Interessenten unter: www.energyagency.at.

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