"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Wer steht auf für Junge?"

Das Pensionssystem kracht. Aber die Politik steckt den Kopf in den Sand.

Wien (OTS) - Als Junger, Jahrgang 1975, ist man stark
verunsichert. Da legt eine Expertenkommission eine Prognose vor, die jedem klarmacht, dass das Pensionssystem auf lange Sicht kracht. Nur indem der Staat jedes Jahr Hunderte Millionen Euro mehr aus dem Budget zuschießt, können die Renten finanziert werden.

Und was macht die Regierung? Sie steckt den Kopf in den Sand. Eine Pensionsreform sei nicht nötig, das System sicher, sagen Kanzler und Vizekanzler. Auch die Opposition hält Änderungen für unnötig. Grün, Blau und Orange fordern sogar noch kräftigere jährliche Rentenerhöhungen, die das Budget zusätzlich belasten.

Keiner will es sich mit der wichtigsten Wählergruppe des Landes, den Senioren, verscherzen. Deren mächtige Lobby legt sich ja gegen jede Reform quer, sei sie auch noch so klein.

Aber gibt es in diesem Land irgendwen, der beim Thema Pensionen auch an uns Junge denkt? Wir werden für das Wegschauen der Politik heute einmal ordentlich bezahlen müssen. Die Frage ist nur: wie? Möglicherweise werden wir in 30 Jahren so kleine Renten erhalten, dass keiner davon leben kann. Oder wir müssen arbeiten, bis wir 75 sind. Weil sonst kein Geld für anderes da ist - etwa die Schulen, in die unsere Enkelkinder gehen.

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