Möbelindustrie erwartet rückläufige Tendenz für die kommenden Monate

Angesichts Finanz- und Wirtschaftskrise schätzen die österreichischen Möbelhersteller die zukünftige Produktion und Geschäftslage kritisch ein

Wien (PWK199) - Laut Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) ist die österreichische Wirtschaft im IV. Quartal 2008 gegenüber dem Vorquartal um 0,2 % geschrumpft, der Abschwung hält in der Sachgütererzeugung im 1. Quartal 2009 an. Der Konsum blieb aber stabil. Unter diesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen war auch die Österreichische Möbelindustrie von Einbußen im vergangen Jahr betroffen. Die folgenden Zahlen beziehen sich auf 1.-3. Quartal 2008 (Industrie + Gewerbe), Quelle: Statistik Austria.
Die Produktion betrug laut Statistik Austria EUR 1,94 Mrd. Verglichen mit demselben Zeitraum für 2007 (EUR 2,19 Mrd.) ein niedriger Wert, allerdings ist ein direkter Vergleich mit den Produktionsdaten mit dem Vorjahr nicht möglich, da sich aufgrund des neuen Klassifikationsschemas der ÖNACE 2008 und der korrespondierten CPA 2008 die Zusammensetzung der Produktgruppen geändert haben. Jedoch lässt sich für 2008 ein Trend ablesen, dass das Top-Produktionsvolumen für das Gesamtjahr 2007 mit einem Wert von EUR 3 Mrd. nicht erreicht werden wird.

Export 1.-3. Qu. 2008 um -4,5 % gesunken

Der starke Exporttrend der vergangenen Jahre (2007, +11 % mit einem Gesamtwert von EUR 1,27 Mrd.) wurde 2008 gestoppt. Der Export von Möbeln "made in Austria" ging in den ersten 3. Quartalen 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um -4,5 % auf EUR 1,14 Mrd. zurück, als Resultat von Einbrüchen von wichtigen Zielmärkten. Gesamt EU 26:
-4 % (EUR 882 Mio.), Italien: -6,4 % (EUR 126 Mio.), Großbritannien -25 % (EUR 50 Mio.). Deutschland bleibt weiterhin Hauptzielmarkt für österreichische Möbelhersteller mit einem Wert von EUR 433 Mio. auf demselben Niveau wie im Vorjahreszeitraum. Die größten Exportschlager sind dabei die Sitzmöbel und Teile dafür" (EUR 146 Mio.) sowie "Wohnmöbel" (EUR 116 Mio.). Einbußen gab es auch außerhalb der EU, z.B. Japan -15,3 % (EUR 29 Mio.) und USA, wo das Gesamtvolumen der österreichischen Möbelexporte mit einem sehr starken Minus von 31,7 % auf EUR 10 Mio. schrumpfte. Es gab aber auch einzelne positive Marktentwicklungen wie z.B. ein Plus von 1,8 % auf EUR 102 Mio. im Nachbarland Schweiz oder insgesamt 12,2 % (EUR 52 Mio.) Exportsteigerung nach Resteuropa (unter anderem Kroatien, Russland, Ukraine, Türkei.).

Import 1.-3. Qu. 2008 um 2,4 % gestiegen

Bei den Importen hält der gegenläufige Trend an, die wieder wie schon im Vorjahr Exportquote überstiegen. In den ersten drei Quartalen 2008 wurden Möbel in der Höhe von EUR 1,27 Mrd. importiert (+2,4 %). Der Anteil von importierten Wohnmöbeln lag dabei bei EUR 349 Mio., das Volumen für Küchenmöbel betrug EUR 83 Mio. Die wichtigsten drei Importeure: Deutschland (EUR 635 Mio.), Italien (EUR 105 Mio.) und Polen (EUR 81 Mio.) Aufgeholt haben beim Möbelimport nach Österreich Länder wie China (+31,2 %, EUR 73 Mio.) und Tschechien (+3,2 %, EUR 44 Mio.).

Erwartungen der Möbelhersteller bereits im 4. Quartal 2008 gedämpft

Der Großteil der Möbelindustrie hat laut einer WIFO- Umfrage bereits Ende des vergangenen Jahres einen Rückgang bei den Geschäftsergebnissen erwartet. Nachdem die Auftragsbestände seit dem Jahr 2006 immer als überdurchschnittlich gut eingestuft wurden, zeigte sich hier eine starke Änderung. Der Wert hat sich seit April zurückentwickelt und lag derzeit schon unter dem langjährigen Durchschnitt. Auch die Bewertung der Auslandsauftragsbestände war seit dem Jahr 2006 zumeist überdurchschnittlich positiv. Hier konnte man ein Zurückgehen der Einschätzungen auf den langjährigen Durchschnittswert beobachten. Auch die Produktionserwartungen wurden von den Unternehmen wesentlich kritischer beurteilt.

Einschätzungen der Möbelindustrie im 1. Quartal 2009 kritisch

Die Auftragsbestände sind auf dem gleichen Niveau wie im vergangenen, 4. Quartal 2008, somit auf einem Wert, der etwas geringer als der langjährige Durchschnitt ist. Ähnliches gilt auch für die Bewertung der Auslandsauftragsbestände, deren Einschätzung sich seit dem vergangenen Quartal in etwa auf den langjährigen Durchschnittswert eingependelt hat. Bei der Produktion in den letzten drei Monaten hat sich die negative Entwicklung des Vorquartals weiter fortgesetzt, ein deutliches Sinken der Produktion ist festzustellen. Für die kommenden drei Monate erwarten die Unternehmen keine Besserung. Die Produktionserwartungen sowie die zukünftige Geschäftslage werden von den Unternehmen allgemein aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Wirtschafts- und Finanzkrise natürlich kritisch eingeschätzt. (us)

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Die österreichische Möbelindustrie/austrian furniture industry
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