Sozialministerium: Beratungseinrichtungen oft mit Gewalt an älteren Menschen konfrontiert

Wien (BMASK) - =

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit,
Soziales und Konsumentenschutz hat Josef Hörl vom Büro für Sozialtechnologie und Evaluationsforschung eine Erhebung zum Thema Gewalt gegen ältere Menschen durchgeführt, die eine häufige Gewaltanwendung gegenüber älteren Menschen ergeben hat. 26 Prozent der befragten Einrichtungen haben "oft" oder "sehr oft" mit Gewaltproblemen aus dem privaten Nahbereich von Familie und Nachbarschaft zu tun, es folgen mit je 12 Prozent Vorkommnisse in Institutionen bzw. in der Öffentlichkeit und mit 6 Prozent die "gewöhnliche" Kriminalität. Befragt wurden 247 Expertinnen und Experten in österreichischen Beratungs- und Hilfseinrichtungen. ****

"Der persönliche Nahbereich birgt somit die relativ größte Gefahr einer Opferwerdung von älteren Menschen in sich", heißt es aus dem Sozialministerium. Nur jede zehnte befragte Stelle ist mit Vorkommnissen aus diesem Bereich überhaupt nicht befasst. Am häufigsten angeführt werden Probleme durch finanzielle Ausbeutung, fast ebenso oft kommen grobe Beschimpfungen und Drohungen vor, gefolgt von Missständen im Sinne von Verwahrlosung (z.B. infolge von Alkoholismus), so die Studie.

Im institutionellen Bereich beziehen sich die häufigsten Beschwerden auf strukturelle Probleme in Heimen und Krankenhäusern und nicht auf Vorkommnisse, die individuell bestimmten Personen im Rahmen ihrer Pflege- und Betreuungstätigkeiten zurechnen wären.

Ereignisse, die sich an verschiedenen öffentlichen Orten - in Verkehrsmitteln, Ämtern, Geschäften - abspielen wie Diskriminierungen, Benachteiligungen oder (mediale) Herabwürdigungen und Beschimpfungen werden von den befragten Einrichtungen insgesamt überraschend zahlreich als Beschwerdefälle registriert.

"Eine verstärkte Sensibilisierung der Bevölkerung für dieses Thema ist daher besonders wichtig", betont das Sozialministerium. Ein erster Schritt dazu sei die vorliegende Erhebung, die eine quantitative Abschätzung des Stellenwerts des Gewaltproblems gegen ältere Menschen ermöglicht.

Der Bericht kann von der Homepage des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (www.bmask.gv.at / Seniorinnen und Senioren / Lebensqualität im Alter) heruntergeladen werden. (Schluss)

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Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK)
Mag. Norbert Schnurrer
Pressesprecher des Sozialministers
Tel.: (01) 71100-2246
www.bmask.gv.at

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