Volkshilfe: Pflegefonds muss umgesetzt werden

Fenninger: "Jetzt muss zügig gehandelt werden, um in Zukunft nicht noch größere Probleme zu bekommen"

Wien (OTS) - Die Volkshilfe Österreich hat am Montag die Pflege
und Betreuung wieder zum Thema gemacht. Was die Finanzierung betrifft verweist nun Erich Fenninger, Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich auf die sehr guten Ergebnisse der Arbeitsgruppe des BMSK aus dem Vorjahr zur Finanzierung der Pflege. Die Volkshilfe schlägt bekanntlich einen Pflegefonds vor, der sowohl aus den bestehenden Ausgaben von Bund und Ländern gespeist wird, aber auch aus einer Vermögensbesteuerung, die auf den EU-Durchschnitt angehoben wird.

Ein großer Wurf ist dringend notwendig, berechnete das WIFO doch bis 2030 eine Kostensteigerung in einer Bandbreite von 66 Prozent bis zu 206 Prozent, abhängig von Gesundheitszustand der Menschen und den Lohnsteigerungen.

Unabhängig der Finanzierungsproblematik wird der notwendige Ausbau der Leistungen nicht ohne entsprechendes Personal gehen. Für Fenninger besteht hier großer Handlungsbedarf. "Das Pflege- und Betreuungspersonal erbringt eine unglaubliche Leistung, denn durch den Personalmangel in vielen Bereichen ist der Druck enorm. Leider fehlt die entsprechende Würdigung, die sich auch in einer adäquaten Bezahlung ausdrücken würde, zumeist", bedauert Erich Fenninger.

Die Volkshilfe fordert daher für den Ausbildungsbereich:

  • die Zusammenführung der Gesundheits- und Sozialberufe in ein Gesetz (Bundeskompetenzen)
  • Einführung einer mittleren/höheren Schule für Gesundheits- und Sozialberufe nach dem Vorbild der HBLA´s. Abschluss nach drei Jahren und nach 5 Jahren mit Matura möglich.
  • Berufsbegleitende Formen der schulischen Ausbildungen für ältere ArbeitnehmerInnen und WiedereinsteigerInnen (Erwachsenenbildung/Module)
  • Tertiärer Ausbildungsbereich: Bakkalaureatsstudium für leitende Gesundheits- und Sozialberufe an der Fachhochschule, Master und Doktoratsstudium an den Unis in ganz Österreich (siehe Versuch Wien).

Zudem fordert die Volkshilfe die weitere Attraktivierung der Gesundheits- und Sozialberufe. Neben dem Gehalt denkt die Volkshilfe vor allem an neue Möglichkeiten für ältere ArbeitnehmerInnen, wie beispielsweise das Case- und Caremanagement, dass in Österreich fast flächendeckend fehlt.

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