Prammer zu Entwicklungsarbeit: Hilfe zur Selbsthilfe ist der beste und einzige Weg

Bayr: Alle 8 Milliarden Menschen auf dieser Welt haben das Recht auf ein menschenwürdiges Leben

Wien (SK) - Unter dem Motto "Der Welt die Hand reichen" wurde am Dienstagabend der Beirat der Gemeinnützigen Entwicklungszusammenarbeit GmbH (GEZA) feierlich präsentiert. Die Festreden hielten Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, SPÖ-Nationalratsabgeordnete und Sprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung, Petra Bayr und der Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, Franz Schnabl. "Hilfe zur Selbsthilfe ist der beste und einzige Weg", unterstrich Nationalratspräsidentin Barbara Prammer die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit in der Entwicklungsarbeit. "Alle 8 Milliarden Menschen auf dieser Welt haben das Recht auf ein menschenwürdiges Leben", so die SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr die weiter betonte, dass Entwicklungsarbeit in die Verantwortlichkeit der Staaten falle. ****

Als Beispiel für Hilfe zur Selbsthilfe nannte Prammer das Nord-Süd-Dialogprojekt bei dem das österreichische Parlament seit drei Jahren mit dem Parlament im Mosambik zusammenarbeitet. "Die Abgeordneten müssen befähigt werden konkrete Instrumente zur Kontrolle selbst zu entwickeln", führte Prammer weiter aus. Dabei sei es wichtig, so Prammer, dass man sich nicht über die Menschen stelle, sondern "in Augenhöhe" mit ihnen zusammenarbeite. Zusammenarbeit sei generell der Schlüssel zu gelungener und nachhaltiger Entwicklungsarbeit, da "globale Probleme auch global gelöst" werden müssten. Dies zeige besonders die aktuelle weltwirtschaftliche Situation und hier müssten Wirtschaft, Zivilgesellschaft und die Politik eng zusammenarbeiten. "Es ist wichtig, das Miteinander in den Mittelpunkt zu stellen", betonte Prammer und hob hervor, dass die Politik stets in allen Bereichen, sei es Umwelt, Landwirtschaft oder Außenpolitik eines bedenken müsse: "Es gibt nur eine Welt."

"Die Weltwirtschaftskrise hat längst die Glaspaläste verlassen und ist in den Wellblechhütten angekommen", so Petra Bayr die daran erinnerte, dass die Staaten die Weltwirtschaftskrise nicht aus Ausrede dafür nehmen dürften, ihrem Auftrag zur Entwicklungsarbeit nicht mehr nachzukommen. Jetzt sei es, so Bayr, mehr denn je notwendig sich für Entwicklungsarbeit einzusetzen, da besonders die ärmsten Länder, unter anderem durch gesunkene Rohstoffpreise unter der Krise leiden würden. Aber es gebe noch ein zweites, im Norden verursachtes, Problem unter dem der Süden zu leiden habe - den Klimawandel. Bis zum Jahre 2010 rechne man, so Bayr mit ca. 50 Millionen Klimaflüchtlingen und man müsse jene Länder unterstützen, die diese Flüchtlinge bei sich aufnehmen würden.

Weiters hoffe sie, so die SPÖ-Abgeordnete, dass die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit im Budget 2009/2010 zumindest gleich bleiben würden, da Entwicklungsarbeit die Aufgabe der Staaten sei. Für nachhaltige Entwicklungsarbeit sei es besonders wichtig, Menschen dazu zu befähigen ihre Stimme zu erheben, Menschenrechten zum Durchbruch zu verhelfen, Frauen zu stärken, freie Medien zu fördern und bei der Entwicklung von Demokratien zu helfen. "Wir verbreiten keinen Ansatz von Mitleid, sondern wir sind davon überzeugt, dass alle acht Milliarden Menschen auf dieser Erde das Recht auf ein menschenwürdiges Leben haben", betonte Bayr, die weiter ausführte, dass Entwicklungsarbeit keine Einbahnstraße sei und alle voneinander lernen könnten.

Franz Schnabl berichtete in seinen Eröffnungsworten über die Entstehung des Arbeitersamariterbundes und den Weg von einer reinen Rettungsorganisation hin zur Entwicklungsarbeit. "1,2 Milliarden Menschen leben von weniger als einen Dollar pro Tag, viele leben immer noch im Überfluss," so Schnabl der daran erinnerte, dass die erste Welt sich immer darüber bewusst sein sollte, dass sie zu einem Großteil auf Kosten der Entwicklungsländer leben würde. Wir alle hätten, so Schnabl, eine "hohe Verpflichtung zur Mitmenschlichkeit", auch in Zeiten der Weltwirtschaftskrise. Nach der Ölkrise 1979 seien die Mittel für Entwicklungsarbeit gekürzt worden und dies hätte zu viel Leid in den ärmsten Ländern geführt. "Hilfe zur Selbsthilfe ist der sicherste Weg Armut zu bekämpfen, Demokratien zu stärken und Gesundheit zu fördern - und das verstehen wir unter einer nachhaltigen Entwicklungsarbeit", betonte Schnabl abschließend. (Schluss) sv

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