"Sturmläuten": Katholiken starten Kampagne für Klimagerechtigkeit

Industrieländer müssen Verantwortung für Verursachung des Klimawandels übernehmen und verbindliche Vereinbarungen für Schadensbegrenzung treffen - Auftakt mit Bischof Ludwig Schwarz am 23. März in Wien

Wien, 17.3.09 (KAP) Am Montag, 23. März, wird zu Mittag - um "5 vor 12" - vor dem Umwelt- und Landwirtschaftsministerium in Wien am Stubenring ein "Sturmläuten für ein gerechtes Klima" stattfinden, an dem sich auch der Linzer Bischof Ludwig Schwarz beteiligen will. Die Aktion ist Teil der internationalen Kampagne "Armut und Klimagerechtigkeit" und wird von zahlreichen katholischen Hilfsorganisationen getragen, die im Bereich von Klimaschutz und Entwicklungszusammenarbeit engagiert sind.

Die Hilfsorganisationen fordern die Bundesregierung auf, sich bei den bevorstehenden Verhandlungen der UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel im Dezember in Kopenhagen dafür einzusetzen, dass die Industrieländer ihre Verantwortung für den Klimawandel übernehmen und verbindliche Vereinbarungen zur Schadensbegrenzung treffen. Nur so könne ein zukunftweisendes Kyoto-Folgeabkommen zustande kommen.

Konkrete Forderungen der Kampagne sind eine Reduktion von 40 Prozent bei Emissionen durch die Industriestaaten bis 2020, finanzielle und technische Unterstützung für Entwicklungsländer sowie Anerkennung des Rechts auf nachhaltige Entwicklung für Menschen in Länden des "Südens". Angekündigt ist, dass Bischof Schwarz beim "Sturmläuten" vor dem Ministerium eine Riesenpostkarte mit den Forderungen der Kampagne unterschreiben wird.

Entwicklungsländer, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, seien am stärksten von seinen Auswirkungen betroffen, heißt es von Seiten der Hilfsorganisationen: "Menschen in Entwicklungsländern leiden unter unregelmäßigen Niederschlägen, Hitze und Stürmen. Für die Ärmsten der Welt, von denen viele von der Landwirtschaft abhängig sind, kann schon eine kleine Veränderung des Wetters oder der Umwelt verheerende Auswirkungen haben".

In den Diözesen Graz, Linz, St. Pölten, Eisenstadt und Gurk wird ebenfalls am 23./24. März mit verschiedenen Aktionen für ein gerechtes Klima geworben. Die Teilnehmer in den Bundesländern machen sich auf den Weg zu ihren Landeshauptleuten, um ein faires Klima einzufordern. Am darauffolgenden Sonntag, 29. März, läuten in vielen österreichischen Pfarren um 5 vor 12 die Glocken, um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen.

Die Aktionen sind Teil der internationalen Kampagne des katholischen Entwicklungshilfeverbands CIDSE (Cooperation Internationale pour le Developpement et la Solidarite) und dem Caritas-Dachverband "Caritas Internationalis". In der CIDSE sind 16 katholische Entwicklungshilfe-Organisationen aus Europa und Nordamerika zusammengeschlossen, auch die "Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission" (KOO) gehört der CIDSE an.

In Österreich wird die Kampagne von der Caritas Österreich, der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, "Welthaus Österreich" und "Jugend Eine Welt" getragen. Unterstützt wird die Kampagne von vielen weiteren kirchlichen Organisationen wie beispielsweise der Katholischen Frauenbewegung (kfö), der Männerbewegung (KMB), der Konferenz der katholischen Umweltbeauftragten und der "Missions-Verkehrsarbeitsgemeinschaft" (MIVA). (Informationen:
Internet: www.klimafairbessern.koo.at). (ende)
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