ARBÖ: "Stoppt die Gigaliner" - Zulassung schneller als man denkt

Schweden befürwortet Gigaliner und übernimmt nach EU-Wahl den EU-Vorsitz

Wien (OTS) - Megatrucks könnten schneller kommen als man denkt. Schon heuer könnte die EU unter der schwedischen Präsidentschaft und nach geschlagenen EU-Wahlen einen neuen Vorstoß machen, um in der EU die rechtliche Grundlage für Gigaliner durchzubringen. Die EU-Kommission hat eine Studie in Händen, die sich eindeutig für die Zulassung von Megatrucks im grenzüberschreitenden Verkehr ausspricht. Zugelassen sind die Riesen-Trucks bereits in Schweden und Finnland, Testversuche laufen in Dänemark, in den Niederlanden und in Deutschland. Für Griechenland und Spanien werden in der EU-Kommissionsstudie positive Effekte vorhergesagt. Der ARBÖ wendet sich mit aller Entschiedenheit gegen die Zulassung dieser Riesen-LKW und hat - rechtzeitig vor den EU-Wahlen - Anfang März 2009 die Kampagne "Stoppt die Gigaliner" mit Infos und Voting (www.arboe.at) gestartet.

Geändert werden müsste die entsprechende Richtlinie der EU (Richtlinie 96/53). Das höchstzulässige Gewicht für den grenzüberschreitenden Verkehr müsste von 40 auf 60 Tonnen erhöht werden. "Dann wäre der Weg frei für diese LKW-Monster. Und zwar in allen EU-Staaten, ob diese es wollen oder nicht", warnt der geschäftsführende Vizepräsident des ARBÖ Dr. Herbert Grundtner.

Österreichs Regierung hat sich im Regierungsabkommen gegen Gigaliner ausgesprochen, ebenso die für Verkehr und Infrastruktur zuständige Bundesministerin Doris Bures. Die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP haben in der vergangenen Woche einen Initiativantrag gegen die europaweite Zulassung eingebracht, der im nächsten Verkehrsausschuss behandelt werden soll. In der Schweiz stemmt sich der Bundesrat dagegen. Auch Deutschland hat sich 2007 einheitlich dagegen ausgesprochen (73 Prozent der Bevölkerung lehnten die Lkw-Monster ab).

Schweden gehört jedoch zu den erklärten Befürwortern der Gigaliner - der Megatruck-Hersteller Scania ist hier zu Hause. Dort wurden die überlangen und überschweren Kolosse schon vor Schwedens EU-Beitritt zugelassen. "Doch die Situation in diesem dünn besiedelten Land ist nicht mit einem bergigen Transitland wie Österreich zu vergleichen. Schweden übernimmt ab Juli 2009 die EU-Präsidentschaft und hat schon die Absicht geäußert, in Sachen Gigalinern einen neuen Vorstoß zu machen. Auch Belgien liebäugelt mit den Megatrucks.

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