Zölibat: Bischof Ludwig Schwarz betont Bedeutung der Treue

Gespräch von Bischof und Generalvikar mit Pfarrer Josef Friedl, der seit Montag nicht mehr Dechant ist - "Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen" ist für Priester des lateinischen Ritus klare Regel

Linz, 16.3.09 (KAP) "Für Priester ebenso wie für alle anderen Menschen sind Treue und das Versprechen zur Treue tragende Werte in der Gesellschaft. Ein Nichteinhalten bringt auf Dauer keinen Segen":
Dies betonte der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz nach seiner persönlichen Aussprache mit Pfarrer Josef Friedl am Montag. Der Pfarrer hatte öffentlich erklärt, dass er sich in den letzten Jahren nicht an das bei der Priesterweihe gegebene Versprechen halte, ehelos zu leben und dass er zu dieser Beziehung stehe. Friedl wurde mit Wirkung vom Montag seines Amtes als Dechant (und damit unmittelbarer Stellvertreter des Bischofs für den Bereich des Dekanats) enthoben. Die Frage seiner "Lebenspartnerschaft" soll "geklärt" werden.

Bischof Schwarz sagte wörtlich am Montagnachmittag: "Unseren Dienst als Priester haben wir beide mit dem Zeichen der 'Ehelosigkeit um des Himmelreiches' willen übernommen. Diese Regel gilt auch heute und ist in ihrer Gültigkeit ganz klar auf weltkirchlicher Ebene unterstrichen worden". Auch im Rahmen der Bischofskonferenz sei in der Vorwoche zu diesem Thema gesprochen worden, Kardinal Christoph Schönborn habe für die Treue plädiert.

Die Unvereinbarkeit der von Pfarrer Friedl nun persönlich deklarierten Lebensform mit dem ursprünglichen Versprechen verlange jetzt eine nähere Klärung dessen, was bisher öffentlich immer wieder als seine "Lebenspartnerschaft" dargestellt wurde. Friedl habe selber dazu nie in irgendeiner Form der Öffentlichkeit gegenüber nähere Umstände geschildert. Dazu seien jetzt weitere Gespräche in nächster Zeit nötig. Im Kirchenrecht seien diese mehrmaligen Gespräche für solche Situationen ohnehin vorgesehen.

An dem Gespräch nahm auch der Linzer Generalvikar Severin Lederhilger teil. (forts)
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