Diakonie appelliert an Gesundheitsminister, nicht die Augen vor Brisanz des Pflegeproblems zu verschließen

Schönheitskorrekturen wie 24 Stunden Betreuung können das System nicht retten

Wien (OTS) - "Das Thema Pflege hat weitaus mehr Brisanz, als der Gesundheitsminister im heutigen Mittagsjournal zu erkennen meinte. Würde der österreichische Staat jetzt in die Pflege investieren, könnte er sich in den nächsten Jahre massive Probleme ersparen" reagiert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie, auf die Aussagen des Gesundheitsministers im heutigen Mittagsjournal, die Pflege hätte sich um vieles verbessert.

Dass Familien bei Beginn einer Pflegebedürfigkeit überfordert seien, resultiere nicht aus der akut werdenden Situation, sondern aus der mangelhaften Pflegelandschaft in Österreich. Immer noch werden in Österreich im europäischen Vergleich weniger Pflegekräfte beschäftigt, vor allem im mobilen Bereich konnte den Anforderungen entsprechend nicht ausgebaut werden. Auch die Einführung der 24-Stunden Betreuung ist als Teillösung zu verstehen, denn nur etwa 8.000 der insgesamt fast 400.000 pflegebedürftigen Menschen nehmen diese in Anspruch.

Eine Beschäftigungsoffensive in der Pflege kann nicht nur der bereits bestehenden Unterversorgung entgegen setzen, sondern auch Wachstumsmotor in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage sein. Ein Konjunkturpaket Pflege leistet daher einen sinnvollen Beitrag, um einerseits Menschen adäquat versorgen zu können, und andererseits wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben.

"Da der Pflegebereich aufgrund der demografischen Entwicklung in den kommenden Jahren wachsen wird, müssen Einrichtungen und Personal weiter ausgebaut werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass Pflegebedürftigkeit in Zukunft nicht mit Armut und sozialer Ausgrenzung gleichgesetzt wird," so Chalupka abschließend.

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