ÖGB-Achitz: Arbeitslose vor Armut bewahren

EU-Erhebung bestätigt: Armutsgefahr für Arbeitslose besonders hoch

Wien (ÖGB) - "Die soeben veröffentlichte EU-Studie zur Armustsgefährdung belegt wenig überraschend, dass vor allem Langzeitarbeitslose massiv von Armut betroffen sind. Wenn die Regierung Sozialpolitk ernst nimmt, muss sie schnellstens das Arbeitslosengeld erhöhen", fordert Bernhard Achitz, Leitender Sekretär im ÖGB. Auch die Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung dürfe nicht mehr länger aufgeschoben werden.++++

Laut heute veröffentlichter EU-SILC-Erhebung sind zwölf Prozent der österreichischen Bevölkerung armutsgefährdet - eine Million Menschen! Der ÖGB fordert die Erhöhung der Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld auf mindestens 60 Prozent. "Höheres Arbeitslosengeld und auch die Mindestsicherung helfen nicht nur den direkt betroffenen Menschen, sondern stärken auch die Kaufkraft. Das ist gerade in der Krise überfällig", sagt Achitz.

Auch Erwerbstätige von Armut betroffen

Besonders große Sorgen macht, dass mittlerweile auch erwerbstätige Menschen arm sind. Von den im Laufe des ganzen Jahres erwerbstätigen Personen leben laut EU-SILC rund zwei Prozent in manifester Armut. Achitz: "Die so genannten ‚working poor’ sind ein Phänomen, das leider auch in Österreich vorhanden ist. Als wirksame und wichtige Maßnahme dagegen haben die Sozialpartner eine Grundsatzvereinbarung über einen Mindestlohn von 1.000 Euro brutto getroffen, die mittlerweile umgesetzt ist."

Auch im Bereich der Teilzeitjobs gebe es noch Probleme. Achitz:
"Überproportional von Armut trotz Erwerbstätigkeit sind Personen mit einer Arbeitszeit von unter 20 Stunden pro Woche betroffen - in den meisten Fällen sind das Frauen. Für Teilzeitbeschäftigte gibt es auf Basis einer Sozialpartnereinigung seit Anfang 2008 eine maßgebliche Verbesserung, den Mehrarbeitszuschlag. Die Umsetzung muss deutlich verbessert werden, wie überhaupt die Krise kein Anlass sein darf, Maßnahmen zur Armutsbekämpfung nun zurückzustellen."(fk)

ÖGB, 16. März 2009 Nr. 145

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