Automotive Zulieferindustrie erwartet konkrete und rasche Hilfe durch Staatsgarantien

In Unternehmensfinanzierung muss Bewegung kommen - Investitionsprämie gefordert

Wien (PWK195) - Anlässlich des Gipfeltreffens der automobilen Zulieferindustrie mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Finanzminister Josef Pröll hofft die Zulieferindustrie weiter auf die Unterstützung der Bundesregierung: "Wir benötigen rasch umsetzbare und effektiv wirksame Maßnahmen für den Unternehmenssektor zur Beseitigung von Finanzierungsengpässen und zur Ankurbelung von Innovationen, Investitionen sowie Forschung und Entwicklung" betont der Vorsitzender der in der WKÖ eingerichteten Arge Automotive Zulieferindustrie DI Dietmar Schäfer.

Für Unternehmen ist es derzeit schwer und manchmal unmöglich, ausreichend und zu vernünftigen Konditionen finanzielle Mittel für Investitionen, Betriebsmittel, Zwischenfinanzierungen bei Zahlungsproblemen oder für den Zukunftsbereich Forschung & Entwicklung bereitzustellen. Aber nicht nur im F&E-Bereich kämpfen viele Unternehmen mit Finanzierungsengpässen. Die Beteuerungen der Banken, sie würden die Unternehmensfinanzierungen nicht zurückschrauben, helfen Unternehmen nur bedingt, wenn gleichzeitig der Finanzierungsbedarf - beispielsweise durch langsamere Bezahlung seitens der Kunden oder erhöhte Lagerbestände - rasch ansteigt und alternative Finanzierungswege über den Kapitalmarkt versperrt sind. Wer jetzt in F&E investiert, kann die Chancen des künftigen Aufschwungs optimal nutzen, zusätzliche Forschungsförderung ist somit eine gut angelegte Investition in die Zukunft der österreichischen Wirtschaft.

"In dieser Situation sollte die öffentliche Hand die Haftung für Finanzierungsinstrumente der Unternehmen, wie etwa Anleihen oder Kredite, in ausreichendem Umfang übernehmen. Ein einfach administrierbarer und rasch umsetzbarer Weg wäre die Übernahme der Garantien im Umfang der Steuerleistung der einzelnen Unternehmen in den letzten drei Jahren, mit der Körperschaftsteuer - unter Berücksichtigung der Investitionsaktivitäten - als Bemessungsgrundlage, wie dies vom Obmann der Bundessparte Industrie Wolfgang Welser schon vorgeschlagen wurde" führt Schäfer aus. Dies wäre eine Maßnahme mit geringem Risikoanteil und würde teure Risikoaufschläge oder erhöhte Zinsen überflüssig machen.

Schäfer unterstützt einen Bezug auf die Steuerleistung der letzten Jahre, womit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens - und damit die Fähigkeit zur Tilgung der aufgenommenen Gelder - adäquat berücksichtigt wird. Gleichzeitig wird eine Verbindung zwischen der (Steuer-)Leistung des Unternehmens für die Allgemeinheit und der in schwierigen Zeiten nun vorübergehend notwendigen Gegenleistung hergestellt. Sinnvoll sei es auch laut Schäfer, eine entsprechende Korrektur der Bemessungsgrundlage "KöSt" um die Investitionsneigung des Unternehmens sicherzustellen, damit nicht jene Unternehmen, die in den letzten Jahren intensiv investiert haben, schlechter gestellt werden.

Das Körperschaftsteueraufkommen der letzten drei Jahre liegt bei mehr als 16 Milliarden Euro. Durch die Vergabe von Garantien würde der Staat leistungsfähigen Unternehmen eine wichtige und rasch notwendige Unterstützung bieten, ohne unmittelbar Zahlungen tätigen zu müssen und insgesamt überschaubarem Risiko. Dank dieser Maßnahme wären Kredite schneller verfügbar und der Dominoeffekt von Liquiditätsengpässen könnte - zumindest teilweise - vermieden werden; dieser Dominoeffekt ist derzeit bereits in Form von Zahlungsverzögerungen zwischen Unternehmen zu beobachten und wird durch ein verstärktes Auftreten von Insolvenzen in weiterer Zukunft noch begünstigt werden.Zu hoffen ist, dass nun die Politik rasch entsprechende Maßnahmen umsetzt - denn aufgrund des erwähnten Dominoeffekts ist der Zeitfaktor bei dieser Maßnahme extrem wichtig. "Eine rasch wirksame Maßnahme zur Investitionsbelebung in einer Situation, die den Unternehmen schon nahezu jegliche Gewinnchance nimmt, kann nur in einer Investitionsprämie gesehen werden" begründet Schäfer die Forderung der Industrie. "Eine Prämie von 20% ist als wichtiges und kalkulierbares Signal zu werten und wird sicherlich positive, die Konjunktur belebende Impulse geben" konkretisiert Schäfer die Forderung.

Schäfer erinnert letztlich wie wichtig eine ausreichende und hinreichend flexible Ausdehnung der Kurzarbeit ist, die derzeit auf Sozialpartnerebene ausverhandelt wird. Doch dies kann nur eine erste Überbrückung sein und wird - so ist derzeit zu befürchten - vom Ausmaß der Rezession rasch überholt werden. Seit Jahren wird von der Industrie immer wieder eine Änderung der Arbeitszeitregelungen gefordert, damit eine bessere Kapazitätsanpassung an die Auftragslage möglich wird. Die Unternehmen würden an Flexibilität gewinnen, die Arbeitnehmer einen sichereren Arbeitsplatz erhalten und die öffentliche Hand hätte geringere Aufwendungen für die Arbeitslosenunterstützung.(us)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Arge Automotive Zulieferindustrie
Dr. Wolfgang Damianisch
Tel. 06642621052
wdamianisch@hotmail.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003