Lehrlingsoffensive: FPÖ fordert 1000 zusätzliche Lehrstellen im Staatsdienst

Graf: "Endlich Versprechen der Ausbildungsgarantie einlösen!"

Wien (OTS) - Die FPÖ fordert umfangreiche Sofort-Maßnahmen gegen die Jugend-Arbeitslosigkeit. Besonders die Situation bei den Lehrlingen werde immer dramatischer, erklärte heute der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf bei der Vorstellung der freiheitlichen Lehrlingsoffensive im Parlament. Die aktuellen Zahlen des AMS zeigen, dass Ende Februar fast 5000 Jugendliche vergeblich auf der Suche nach einer Lehrstelle waren, und das obwohl die Bundesregierung seit Jahren bei jeder Gelegenheit von Ausbildungsgarantie für Jugendliche spricht. "Es ist hoch an der Zeit, dieses bislang leere Versprechen endlich einzulösen" fordert Graf.

Der Staat müsse in Zeiten der Wirtschaftskrise einen größeren Beitrag leisten und umgehend 1000 neue Lehrstellen im Bundesdienst schaffen. Das käme einer Verdopplung gleich. "Der Anteil der Lehrlinge an den unselbständig Beschäftigten insgesamt beträgt ca. 4%, im Bundesdienst sind es nur 0,7%. Das ist beschämend und muss umgehend geändert werden." Die Lehrlingsausbildung könne jetzt nicht zur Gänze der Privatwirtschaft aufgehalst werden. Der Staat müsse Fachkräfte ausbilden, die die Wirtschaft im nächsten Aufschwung auch dringend brauchen werde.

Der freiheitliche Jugendsprecher, NAbg. Christian Höbart verlangte zudem einen raschen Ausbau der Lehrstellen in den überbetrieblichen Ausbildungszentren (ÜAZ), die als Zwischenmaßnahme für Jugendliche gedacht sind, die keinen Lehrplatz finden. Vor allem müsse aber die Bezahlung der Jugendlichen dort an die normale Lehrlingsentschädigung angepasst werden. "Was die Jugendlichen jetzt bekommen, ist nicht einmal ein Taschengeld", so Höbart. Da sei es auch kaum verwunderlich, dass es in seiner Heimat Niederösterreich zwar über 900 Lehrstellsuchende gebe, andererseits in den ÜAZ jedoch noch an die 300 Plätze frei seien. "Wegen der schlechten Bezahlung verzichten viele Jugendliche auf die Lehre und verdingen sich lieber als Hilfsarbeiter, was sich Jahre später rächt, wenn sie keine beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten mehr sehen."

Eine weitere wesentliche FPÖ-Forderungen zur Schaffung von mehr Lehrstellen: Betriebe, die ausländische Facharbeiter anstellen, sollen verpflichtet werden, für 5 beschäftigte Ausländer zumindest einen Lehrplatz in diesem Beruf zu schaffen. "Es kann nicht sein, dass manche Firmen den Arbeitsmarkt als Selbstbedienungsladen begreifen. Die Ausbildung unserer Jugend ist soziale Verantwortung der Wirtschaft", erklärte Höbart.

Darüber hinaus müsse auch die Förderung für ausbildende Betriebe wieder gestärkt werden. FPÖ-Lehrlingssprecher NAbg. Mario Kunasek forderte die sofortige Wiedereinführung des Blum-Bonus I, eines finanziellen Anreizes für Betriebe, die neue Lehrstellen schaffen. Kunasek: "Die Bundesregierung ist mit der Abschaffung des Blum-Bonus I Mitte letzten Jahres ihrem eigenen Regierungsbeauftragten Egon Blum in den Rücken gefallen." Blum selbst hat in seinem Bericht per Ende 2008 festgestellt, dass die Abschaffung sofort negative Wirkung auf die Lehrplatzentwicklung hatte. Kunasek verlangte auch die sofortige Wiedereinsetzung eines Lehrlingsbeauftragten: "Gerade wenn die Wirtschaftskrise voll auf den Arbeitsmarkt durchschlägt, schickt die Regierung ihren Lehrlingsspezialisten in Pension. Das ist ein verheerendes Signal!"

Die FPÖ tritt auch dafür ein, das duale Ausbildungssystem der Lehre wieder attraktiver zu machen. Ungeachtet der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation, werden schon bald wieder Zeiten mit Facharbeitermangel kommen. Die Lehre müsse daher in der Konkurrenzsituation mit der schulischen Ausbildung gestärkt werden, fordert Kunasek ein stärkeres finanzielle Engagement des Staates:
"Internatskosten beim Berufsschulbesuch oder Kosten für eine Berufsmatura tragen derzeit die Lehrlinge oder die Betriebe. Dafür soll der Staat aufkommen." Auch eine Integration des Führerschein-Kurses sowie von Auslandspraktika in die Lehre regen die Freiheitlichen an.

Hinweis: Weitere Hintergrundinformationen sind auf Martin Grafs Blog www.unzensuriert.at abrufbar.

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