Pflege als Jobmotor in der Wirtschaftskrise

Die Volkshilfe in Österreich wird 2009 rund 500 neue Arbeitsplätze schaffen und fordert massiven Ausbau der Pflege als Weg aus der Krise.

Wien (OTS) - "Die Nachfrage nach Pflege und Betreuung nimmt
ständig zu, die Finanzierung dieser Leistungen wird immer schwieriger", auf diesen einfachen Punkt bringt der Präsident der Volkshilfe Österreich Univ.- Prof. Dr. Josef Weidenholzer die derzeitige Situation in Österreich. "Die Volkshilfe ist mit ihren Mitgliedsorganisationen der größte Anbieter von Dienstleistungen im Bereich der mobilen Pflege und Betreuung und der umfassenden Versorgung in der eigenen Wohnung. Mit diesen und anderen Leistungen erwirtschaften mehr als 8.200 MitarbeiterInnen einen Umsatz von mehr als 217,4 Millionen Euro", so Weidenholzer.

Pflege und Betreuung als Jobmotor

"Auch im Jahr 2009 wird die Volkshilfe mit ihren starken Landesorganisationen rund 500 neue Jobs schaffen und so einen engagierten Beitrag zur Bekämpfung der Krise leisten", so der Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich Mag. (FH) Erich Fenninger. Vor dem Hintergrund der ständig steigenden Nachfrage nach wohnortnahen Dienstleistungen ist das aber wie "Autofahren mit gezogener Handbremse". Denn es könnten noch weit mehr sichere Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn die Verantwortlichen PolitikerInnen in Bund und Länder stärker auch die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung im Auge hätten. Denn Menschen in Beschäftigung entlasten die Arbeitslosenversicherung, zahlen SV-Beiträge, Steuern und Abgaben und, wie viele Studien zeigen, geben ihr Einkommen zu einem großen Teil für den raschen Konsum auch wieder aus.

Nachfrage und Nachholbedarf sind groß

Schon derzeit können viele Planposten in der diplomierten Pflege, aber auch im Betreuungsbereich, aufgrund von Personalmangel nicht besetzt werden. Alleine in Wien sind aktuell 241 Stellen für diplomiertes Krankenpflegepersonal und HeimhelferInnen offen. In Oberösterreich benötigt man bereits heuer rund 300 Personaleinheiten in den Heimen mehr. Dabei ist Österreich laut einer WHO Studie vor allem mit ausgebildeten Pflegepersonen dramatisch unterbesetzt. In Finnland gibt es pro 1000 EinwohnerInnen 21,7 Pflegepersonen, in Deutschland immerhin 9,5 und in Österreich nur 5,8.

"Staatliche Pflegesicherung. Jetzt!"

Die Volkshilfe Österreich fordert erneut die Umsetzung des Pflegefonds für eine umfassende Pflege- und Betreuungssicherung, die allen in Österreich lebenden Menschen gleichen Zugang zu Pflege-und Betreuungsleistungen ermöglicht und verbindliche Qualitätsstandards vorsieht. "Dieser Pflegefond" soll von Bund und Ländern gespeist werden, sowohl die bisherigen Ausgaben von Bund und Ländern sollen einfließen, ebenso neue Quellen aus vermögensbezogenen Steuern erschlossen werden", fordert Josef Weidenholzer abschließend.

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