Steuermilliarden für den Ausbau von Transitschneisen!

Kein Geld für kostengünstigen öffentlichen Personenverkehr!

Schwaz in Tirol (OTS) - Im Regierungsprogramm für die XXIV. Gesetzgebungsperiode steht auf Seite 82 wörtlich: "Das Österreichticket für alle mit einer attraktiven, gestaffelten Preisgestaltung wird als besonderer Anreiz zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr angesehen."

Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) hat die "Katze" nun also aus dem "Sack" gelassen: Es gibt im von ihr mitverhandelten Doppelbudget 2009/2010 keine finanziellen Mittel für die Subventionierung des so genannten Österreichtickets, mit dem alle öffentlichen Verkehrsmittel um ca. EUR 1490,- ein Jahr lang benutzt werden hätten können. Denn unsere Steuermilliarden werden für den Bau von Transitschneisen - wie den Brenner Basistunnel - benötigt.

Infrastrukturministerin Bures verzichtet ganz bewusst auf die im Regierungsprogramm angekündigte Einführung des Österreichtickets und damit auf die Schaffung eines Anreizes zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr. Sie setzt den falschen verkehrspolitischen Weg früherer Bundesregierungen konsequent fort: Die Servicequalität im öffentlichen Personenverkehr wird bei den ÖBB laufend abgebaut, da aufgrund fehlender finanzieller Mittel die Anzahl personallos geführter Bahnhöfe und Nahverkehrszüge ständig zunimmt und die Fahrpreise laufend steigen. Während dem Fahrgast bei steigenden Fahrpreisen immer mehr "Geisterbahnhöfe" und "Geisterzüge" ohne Kundenservice zugemutet werden, wird unser Steuergeld in das Milliardengrab Brenner Basistunnel geworfen.

Die Transitschneise Brenner Basistunnel wird keine Verlagerung des Lkw-Verkehrs von der Straße auf die Schiene bewirken, weil die Straße trotz jüngster viel zu wenig weit reichender und verbindlicher Beschlüsse des Europäischen Parlaments in Richtung mehr Kostenwahrheit beim Straßenverkehr auch in Zukunft viel zu billig bleiben wird.

Der "ArbeitsKreis FAHRGAST Tirol" fordert daher, dass die derzeitige politische Praxis, den SteuerzahlerInnen Euro-Milliarden aus der Tasche zu reißen, um damit am Brenner ein verkehrswissenschaftlich nicht begründbares Milliardenloch zu bauen, ein Ende haben muss. Infrastrukturministerin Bures soll endlich damit anfangen, den öffentlichen Verkehr gemeinsam mit den Bundesländern in seiner Gesamtheit fahrgastfreundlicher zu gestalten: billigere Fahrpreise (Einführung des Österreichtickets und anderer Fahrpreisermäßigungen), dichtere Fahrpläne, weniger "Geisterbahnhöfe" und "Geisterzüge" ohne Kundenservice!

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Martin Teißl
Sprecher des ArbeitsKreises FAHRGAST Tirol
Pirchanger 73, 6130 Schwaz in Tirol
MartinTeissl@gmx.at
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