Bischofssynode über die "unierten" Kirchen?

Internationales Symposion über "Die Mission der katholischen Ostkirchen im Rahmen der Weltkirche" in Gaming - Einladung von Kardinal Christoph Schönborn

St. Pölten-Wien, 13.3.09 (KAP) Eine der nächsten katholischen Weltbischofssynoden sollte sich dem Thema der katholischen Ostkirchen ("unierte" Kirchen) widmen. Diese Bitte wurde bei dem Symposion "Die Mission der katholischen Ostkirchen im Rahmen der Weltkirche und für die moderne Welt" geäußert, das unter dem Ehrenschutz von Kardinal Christoph Schönborn am "Internationalen Theologischen Institut" (ITI) in Gaming stattgefunden hat. Das Symposion war die letzte ITI-Großveranstaltung in der Kartause Gaming. Die Hochschule (deren Großkanzler Kardinal Schönborn ist) wechselt ihren Standort und wird im Sommer ihren neuen Campus in Trumau bei Wien beziehen. Bischof Gleb Lonchyna - einer der engsten Mitarbeiter des griechisch-katholischen Großerzbischofs von Kiew und Halytsch, Kardinal Lubomyr Husar - nahm die feierliche Segnung des Geländes vor, auf dem der neue ITI-Campus errichtet wird.

Das ITI leistet bei der Vermittlung zwischen Ost- und Westkirche unermüdliche Arbeit; das Symposion in Gaming wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Theologie und Geschichte des Christlichen Ostens (Universität Wien) und der Katholischen Universität Lemberg Lwiw) organisiert. 150 hochkarätige Teilnehmer aus 20 Ländern waren gekommen. Offizielle Konferenzsprachen waren Deutsch, Englisch und Italienisch; aber in der Liturgie und in den Vorträgen kamen zehn verschiedene Sprachen zum Einsatz.

Zeugnisse von im Kommunismus verfolgten Christen bereicherten die Diskussionen. Viele von ihnen hatten dem Druck standgehalten, um den Auftrag und die Identität der griechisch-katholischen Kirche zu wahren. Kardinal Husar zitierte in seiner Grußbotschaft Papst Benedikt XVI., der die Katholiken des byzantinischen Ritus einlud, der östlichen Tradition treu zu sein, sie in der katholischen Gemeinschaft zu bezeugen und so den orthodoxen Christen ein Beispiel für die Einheit mit der katholischen Kirche zu geben.

Kardinal Schönborn hob in seiner Eröffnungsansprache drei Bereiche der besonderen Sendung der Ostkirchen für die moderne Welt hervor:
Den reichen spirituellen Schatz der griechisch-katholischen Kirche, der die Heiligkeit der Liturgie wieder mehr ins Bewusstsein rücke; die Betonung der Theologie der Kirchenväter; die ostkirchliche Tradition, die Soziales und Geistliches stärker verbinde. Der Wiener Erzbischof - der auch Ordinarius für die Katholiken des byzantinischen Ritus in Österreich ist - warf in diesem Zusammenhang die Frage nach einer "christozentrisch ausgerichteten" Soziallehre auf.

Kein Hindernis für die Ökumene

Im Rahmen des Symposions wurden Geschichte und Status der griechisch-katholischen Kirche in Ostmitteleuropa, Russland und Nordamerika diskutiert. Am zweiten Tag waren es die Bischöfe, die sich konkret mit dem Beitrag der griechisch-katholischen Kirche für die universale Kirche beschäftigten: Dem Einsatz für die Einheit der universalen Kirche inmitten einer geteilten christlichen Welt. Die Bischöfe lehnten es ab, sich in irgendeiner Weise klassifizieren zu lassen: Sie wollten weder ihre östliche Identität abschwächen noch ihre Gemeinschaft mit Rom leugnen. Positiv wurde festgestellt, dass die abschätzige Meinung, die griechisch-katholische Kirche sei ein Hindernis für die Ökumene, vorbei sei.

Griechisch-katholische Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien hätten den größten Herausforderungen des 20. Jahrhunderts Stand gehalten - der Unterdrückung durch totalitäre Systeme, wurde in Gaming betont. In einem postchristlichen Europa, das den Herausforderungen eines globalisierten Konsumdenkens und einer immer aggressiver werdenden Säkularisierung entgegenblicke, seien es die spirituellen Errungenschaften der Ostkirchen, die zu einem "christlichen Leben wider den Zeitgeist" ermutigen können, so ein Tenor der Konferenz.

Das Symposion soll in den kommenden Jahren fortgeführt werden. Mögliche Themen seien die Familie und der verheiratete Klerus (der in der griechisch-katholischen Kirche wie in den anderen "unierten" Kirchen möglich ist). (ende)
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