AK-Präsident Kalliauer: "Wirtschaftskammer-Vorschläge gehen am Problem vorbei!"

Linz (OTS) - Immer mehr Arbeitnehmer/-innen müssen kurzarbeiten oder verlieren in der Krise ihren Arbeitsplatz. Und anstatt sich über sinnvolle Vorschläge zur Bewältigung dieser Situation Gedanken zu machen, fordert die Wirtschaftskammer die Ausweitung einer schon in Hochkonjunktur-Zeiten äußerst umstrittenen Förderung von Unternehmen und holt die leidige Lohnnebenkostendiskussion wieder aus der Mottenkiste hervor.

Die Ausweitung einer Eingliederungsbeihilfe für Arbeitslose zu fordern, wenn keine Arbeit da ist, ist völlig kontraproduktiv. Die Interessenvertretung der Wirtschaft versteht offensichtlich nicht den Ernst der Lage und tut einfach so, als gäbe es keine Krise. "Offensichtlich geht es jetzt schon darum, eine Beihilfe für Unternehmen zu schaffen, die vielleicht in der Hochkonjunktur einigen Unternehmen ein kleines Körberlgeld bringen könnte", kritisiert AK-Präsident Kalliauer die Vorschläge der Wirtschaftskammer.

Auch die von der Wirtschaftskammer geforderte Verkürzung des Berufsschutzes würde natürlich keinen einzigen Arbeitsplatz schaffen, sondern nur Arbeitssuchende noch früher als jetzt in eine Abwärtsspirale aus sinkenden Einkommen und Dequalifizierung treiben.

In der Arbeitsmarktpolitik brauchen wir - neben den Möglichkeiten der Kurzarbeit und Qualifizierungsmaßnahmen - jetzt nicht mehr Geld für die Unternehmen, sondern vor allem mehr Mittel für das AMS: es braucht mehr Beratungs- und Betreuungspersonal und zusätzliche Mittel für Qualifizierungsmaßnahmen (z.B. Facharbeiter-Kurzausbildung) sowie für gemeinnützige Beschäftigungsprojekte. Die Forderung nach Halbierung des Arbeitslosenversicherungsbeitrages für Arbeitgeber unter dem Deckmantel "Senkung der Lohnnebenkosten" würde dem AMS genau die dafür nötigen Mittel entziehen.

"Jetzt müssen wir die Schienen legen, damit die Ausbildungsgarantie für unsere Jugend verwirklicht wird. Wir brauchen eine Jugendausbildungsgesellschaft und fordern die Wirtschaftskammer auf, sich an dem Projekt zu beteiligen", so AK Präsident Kalliauer.

Eine Senkung der Lohnnebenkosten wird dagegen weder Kurzarbeit noch Kündigungen verhindern. Jetzt brauchen wir Maßnahmen, die die Konjunktur wieder in Gang bringt. "Meine Erfahrung bei Betriebsbesuchen und Kontakten mit Betrieben ist, dass das Thema Lohnnebenkosten überhaupt keine Bedeutung hat. Die meisten Firmen klagen darüber, dass sie keine Kredite von den Banken bekommen. Aber dazu fällt der Wirtschaftskammer offensichtlich nichts ein", kritisiert Kalliauer. Was wir brauchen, ist eine Ergänzung zum Konjunkturpaket des Landes. "100 Millionen müssen für die Gemeinden zur Verfügung gestellt werden - es gibt zahlreiche Projekte, die sofort umgesetzt werden könnten. Das hilft vielen Klein- und Mittelbetrieben""

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