Nach den "Turbulenzen" setzt die Kirche...(3)

Lob für Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags

Kardinal Schönborn betonte bei der Pressekonferenz den Dank der Bischöfe für die Verdoppelung der Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags. Es handle sich um kein "Geschenk an die Kirche", sondern um ein "unübersehbares Zeichen dafür, dass der Staat den Beitrag der Katholiken zum Gemeinwohl würdigt und anerkennt".

Die Bischöfe halten in ihrer Erklärung fest, dass fast 80 Prozent der Einnahmen der katholischen Kirche in Österreich aus dem Kirchenbeitrag stammen, der die finanzielle Basis "für ein dichtes Solidarnetz aus mehr als 4.000 Pfarren und Seelsorgestellen" sei, "das über ganz Österreich gespannt ist". Gerade "wenn die großen Netze der Solidarität brüchig" werden, seien die "kleinmaschigen Netze" wie die Pfarrgemeinden umso wichtiger, betonte der Kardinal. 30.000 gewählte ehrenamtliche Pfarrgemeinderäte würden Mitverantwortung tragen; mit 60.000 hauptamtlich Beschäftigten sei die katholische Kirche zudem einer der größten Arbeitgeber in Österreich.

Kardinal Schönborn würdigte in diesem Zusammenhang besonders die unzähligen ehrenamtlichen und freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kirche. Ein wesentlicher Teil der kirchlichen Arbeit werde von ihnen getragen. Der Kardinal verwies in diesem Zusammenhang u.a. auf die Renovierung zahlreicher kirchlicher Gebäude. Ohne freiwillige Mitarbeit wäre das kulturelle Erbe Österreichs in den Pfarrgemeinden nicht zu bewahren. Kardinal Schönborn machte auch darauf aufmerksam, dass die Kirche für Renovierungsarbeiten immer noch mehr an Mehrwertsteuer bezahle, als sie vom Bund an Zuschüssen aus dem Denkmalschutzbudget erhalte.

Dank an Kirchenbeitragszahler

Die Bischöfe danken in ihrer Erklärung allen Gläubigen, "die in großer Treue diesen Solidarbeitrag leisten", gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Situationen oder wenn "in der Kirche Situationen entstehen, die Anlass zur Kritik geben".

Wie Kardinal Schönborn weiter ausführte, bemühe man sich etwa in der Erzdiözese Wien bereits seit fast 15 Jahren intensiv um jene Menschen, die aus der Kirche austreten wollen. Jeder Ausgetretene erhalte ein persönliches Schreiben mit der Einladung zum Gespräch. Wenn es Probleme mit dem nicht bezahlten Kirchenbeitrag gibt, werde immer zuerst ein persönliches Gespräch geführt, bevor eine Mahnklage in Betracht komme. So sei es gelungen, in den letzten Jahren die Zahl der Klagen in der Erzdiözese Wien auf ein "äußerstes Minimum" zu reduzieren, sagte Kardinal Schönborn. (forts.)
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