Lombardi: Papst räumt...(3)

Zollitsch: Papst hat sehr gelitten

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat den Papstbrief zur Debatte um die lefebvrianische "Pius-Bruderschaft" als Klarstellung begrüßt. Er sprach am Mittwochabend vor Journalisten in Rom von einem "großartigen und ungewöhnlich persönlichen" Schreiben Benedikts XVI. Der Brief mache deutlich, "wie sehr der Heilige Vater persönlich davon betroffen ist".
"Ich habe den Eindruck, dass der Heilige Vater in den letzten Wochen sehr gelitten hat", sagte Zollitsch. Der Papst habe offenbar "eine ganze Welle" der Kritik gegen ihn gespürt. Sein Brief sei damit auch Ausdruck dafür, dass er sich in seinem Anliegen der Einheit der Kirche nicht verstanden fühlte, so Zollitsch.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz forderte die "Pius-Bruderschaft" auf, sich zu mäßigen. Sie solle mit Attacken gegen Bischöfe und vermeintliche Irrlehren aufhören. "Wenn ich mit jemanden ein Gespräch und Einheit will, dann darf ich ihm nicht ständig ins Gesicht schlagen", so der Erzbischof. Den von lefebvrianisch beeinflussten und nostalgischen Kreisen erhobenen Vorwurf, er stehe nicht eindeutig hinter dem Papst, wies Zollitsch entschieden zurück.
Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) begrüßte den Papstbrief. Es sei "ein geschichtlich einmaliges und sehr persönliches Dokument", erklärte ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer in Bonn. In dem Brief bekräftige der Papst eindrucksvoll sein Festhalten am Zweiten Vatikanischen Konzil sowie sein Bekenntnis zur Versöhnung zwischen Juden und Christen, zur Ökumene und zum interreligiösen Dialog. Es bleibe dabei, dass die "Pius-Bruderschaft" sich rückhaltlos zum Zweiten Vaticanum bekennen müsse. (Forts.mögl.) K200902495
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