Schmied: Bildungsreformen offensiv fortsetzen

Angesichts von PISA und Jugendarbeitslosigkeit: Stopp der Reformen nicht möglich

Wien (SK) - Bildungsministerin Claudia Schmied skizzierte heute, Mittwoch, im Nationalrat ihr "positives Zukunftsbild von Schule". Auf dem Weg dahin gelte es, "viele Schritte zu setzen. Eines ist aber klar: Eine Verzögerung oder ein Stopp der eingeleiteten Reformen ist nicht möglich", so Schmied mit Hinweis auf die mittelmäßigen PISA-Ergebnisse und die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Daher sei es von zentraler Bedeutung, "die Bildungsreform offensiv fortzusetzen". Und "wenn es ein knappes Budget gibt, und wenn ich vor der Entscheidung stehe, setze ich diese Maßnahmen fort, um diesem positiven Zukunftsbild ein Stück näherzukommen, dann ist die Strukturreform ein zumutbarer Beitrag, den ich von meinen wichtigsten Mitarbeitern, den LehrerInnen, verlangen kann." ****

Die Bildungsministerin machte deutlich, dass sie ein "wettbewerbsfähiges, öffentlich finanziertes Bildungssystem will, das Leistung, Qualität, Kreativität und Chancengerechtigkeit in den Vordergrund stellt". Die Schule der Zukunft sei ein Ort gemeinsamen Lernens und gelebter Schulpartnerschaft, wo es gelte, "alle Potentiale der Gesellschaft zu nutzen und kein Kind zurückzulassen". Die Verwaltung der Schule sieht Schmied in diesem Zukunftsmodell "von Doppelgleisigkeiten befreit": Schulstandort, regionale Schulbehörde und Ministerium - das seien die "drei Ebenen, die genügen sollten". Die zentrale Ressourcensteuerung erfolge öterreichweit mit modernsten Planungs- und Controlling-Instrumenten. Das Wichtigste aber sei die klare Verantwortung am Schulstandort. So müssten für die Position des Schulleiters vor der Bewerbung entsprechende Ausbildungen und Qualifikationen gemacht werden, so Schmied, die sich dafür aussprach, dass die Schulleiterposition für fünf Jahre vergeben sein sollte. Außerdem müsse der Schulleiter auch die Personalverantwortung haben.

Für attraktivere Einstiegsgehälter von Lehrern

Das neue Dienst- und Besoldungsrecht solle sich nach der Tätigkeit und nach dem Einsatzort der Lehrer richten - "und die Arbeitszeit ganz klar in Richtung Arbeit an der Schule und mit den Kindern verschoben werden". Hier gehe es darum, die "Einstiegsgehälter attraktiver zu gestalten - in Verbindung mit einem stärkeren Einsatz und mehr Präsenz in der Schule ist das auch finanzierbar und leistbar", unterstrich Schmied. Die Lehrer sieht Schmied in der Schule der Zukunft als "Begleiter der Schüler, die in erster Linie mit pädagogischen und menschlichen Konzepten gefordert" seien. Überdies gelte es, vor dem Hintergrund der Burn-Out-Gefahr, die auch auf ein Gefühl der Ausweglosigkeit zurückzuführen sei, dafür zu sorgen, dass Lehrer im Zuge größerer Durchlässigkeit Entfaltungs- und Karrieremöglichkeiten haben. Von zentraler Bedeutung seien auch bestausgestattete Lehrer-Arbeitsplätze.

Ausbildung aller im Lehrberuf Tätigen auf tertiärem Niveau

Die Ausbildung für alle im Lehrberuf Tätigen müsse sich an den Kompetenzen und Anforderungen an die Lehrer orientieren - "und auf tertiärem Niveau durchgeführt werden". Die Weiterqualifikation sollte bestmöglich am Standort erfolgen, ergänzte Schmied. Für Schulentwicklungsprogramme stünden überdies an den Pädagogischen Hochschulen Organisationsentwickler zur Verfügung, um die Entwicklungsprozesse zu begleiten. Weiters sollte sich die Schule für Quereinsteiger öffnen, so Schmied, die sich hier auf verstärkte berufsbegleitende Ausbildungsangebote bezog. Schließlich tue es der Schule "sehr gut, wenn dort mehr Menschen arbeiten, die auch schon andere Arbeitswelten kennengelernt haben".

Individuelle Förderung statt Selektion

Auch dürften Bildungserfolge nicht länger vererbt werden und von der sozialen Herkunft abhängen. Genauso der Vergangenheit angehören müssten auch die hohen Drop-Out- und Schulabbruchs-Quoten. Statt Selektion müsse individuelle Förderung im Vordergrund stehen, so Schmied, die weiters bekräftigte, dass "Spitzenleistungen, die Österreich braucht, um zu reüssieren, einer breiten Basis bedürfen". Auch müsse es gelingen, die Selbstverantwortung und das Selbstbewusstsein der SchülerInnen zu stärken und die Grundkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen bestmöglich zu verankern. Jetzt gehe es darum, die Frühförderung, die Tagesbetreuung, den Kleingruppenunterricht, den Teamunterricht, aber auch die Ganztagesschulen und die Sprachförderung zu forcieren. Auch müsse sich die Schule für andere Berufsgruppen, für Künstler, Sozialarbeiter und Sportler öffnen, schloss Schmied. (Schluss) mb

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