Gewerkschaft vida gegen Gigaliner-Zulassung auf Europas Straßen

Haberzettl: "Österreich braucht Partner in Europa, um sich auf EU-Ebene gegen eine für Österreich verpflichtende Einführung von Gigalinern einzusetzen

Wien (vida/ÖGB) - Gegen eine Zulassung von Riesen-LKW auf dem Straßennetz Europas spricht sich die Gewerkschaft vida aus und begrüßt den heute im Nationalrat von SPÖ und ÖVP eingebrachten Entschließungsantrag, wonach überlange und überschwere LKW im grenzüberschreitenden Verkehr in der EU nicht zugelassen werden sollen. "Gigaliner bringen LKW-Lenkern nichts. Sie fördern mehr Verkehr, schaffen aber keine zusätzlichen Arbeitsplätze", stellt der Vorsitzende der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida, Wilhelm Haberzettl dazu fest. Gigaliner würden vielmehr den LKW-Fernverkehr begünstigen, in dem die Arbeits- und Sozialbedingungen mit Füßen getreten werden, ergänzte Haberzettl. ++++

Seit einiger Zeit laufen auf europäischer Ebene Lobbying-Aktivitäten zur Einführung einer neuen Generation von überschweren (bis zu 60 Tonnen) und mit Überlänge (bis zu 25,25 Meter) ausgestatteten LKW. "In diesem Zusammenhang ist für die ArbeitnehmerInnen das Fehlen von Halte- und Rastplätzen mit entsprechender Größe besonders schmerzhaft. Ebenso wird das Kontrollieren und Einhalten der Lenk- und Ruhezeiten der LKW-Fahrer noch schwieriger oder sogar unmöglich", gibt Haberzettl zu bedenken.

Auch wenn Österreich auf EU-Ebene gegen die Einführung von Gigalinern auf dem österreichischen Straßennetz ist, könnte in Österreich dennoch der Straßenverkehr zunehmen, befürchtet Haberzettl. Mit der Anwendung des sogenannten "modularen Konzepts" müssten dann Gigaliner an Österreichs Grenze geteilt werden und ihre Fracht von mehreren herkömmlichen LKW weitergeführt werden.

"Für Österreich besteht daher dringender Handlungsbedarf. Unser Land muss deshalb im Einklang mit anderen europäischen Staaten auf die EU-Kommission und den Rat Einfluss nehmen, um sich gegen eine für Österreich verpflichtende Einführung von Gigalinern einzusetzen", fordert Haberzettl. "Es liegt nun an der Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie in dieser Angelegenheit aktiv zu werden", schloss Haberzettl.

ÖGB, 11. März 2009 Nr. 133

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