Leitl-Paket gegen Jugendarbeitslosigkeit: "Arbeit fördern, nicht Arbeitslosigkeit"

Jugendliche von Arbeitslosigkeit besonders stark betroffen - Kombination von Arbeit und Bildung verbessert Chancen und gibt Hoffnung

Wien (PWK184) - Einen konzertierten Kraftakt im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit fordert Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), und präsentiert dazu konkrete Vorschläge der Wirtschaft: "Wenn es kein Wachstum mehr gibt, zahlt vor allem die Jugend drauf. Hier gilt es, rechtzeitig gegenzusteuern. Anders als in Frankreich oder Griechenland darf es in Österreich keine Krawalle und Brandstiftungen geben", mahnt Leitl. "Ein Mix von ‚A‘ für Arbeit und ‚B‘ für Bildung würde für die knapp 47.500 gemeldeten Arbeitslosen bis 25 Jahre würde ‚C‘ - eine enorme Chance -bedeuten."

Vom alarmierenden Anstieg bei der Arbeitslosigkeit - + 23,7% im Februar - sind Jugendliche, und da vor allem junge Männer, überproportional betroffen. "Dass Österreich im EU-Vergleich die zweitniedrigste Arbeitslosenquote aufweist, kann kein Trost sein", so Leitl. "Ziel muss sein, Beschäftigung möglichst zu halten und Arbeit zu fördern, nicht Arbeitslosigkeit."

Leitl appelliert an Betriebe, die aufgrund einbrechender Aufträge den Rotstift ansetzen müssen, möglichst nicht bei den Lehrstellen zu sparen. "Wer in die Jugend investiert, investiert in die Zukunft." Ermutigend sei, dass die österreichischen Betriebe derzeit - trotz widrigster Umstände - 2000 Lehrlinge mehr ausbilden als 2008. Als zusätzlicher Anreiz sollte heuer die Basisförderung im ersten Lehrjahr von 3 auf 5 Lehrlingsentschädigungen erhöht werden.

Das AMS sollte zudem eine österreichweite Stiftung einrichten, um vor allem Schulabbrechern, Berufseinsteigern und langzeitarbeitslosen Jugendlichen den Abschluss der Ausbildung und eine Berufsorientierung zu ermöglichen. Vorbild ist hier das Job-Coaching-Modell für langzeitarbeitslose Jugendliche "Der Jugend eine Chance", das AMS und WKÖ erfolgreich initiiert haben.

Weiters schlägt die WKÖ eine Lohnnebenkostenbefreiung für den ersten jungen Mitarbeiter vor. "Dadurch schlagen wir zwei Fliegen auf einem Schlag. Einerseits bekommen Arbeitslose zwischen 19 und 25 Jahren die Chance auf einen Job. Und andererseits könnten aus rund 170.000 österreichischen EPU (also Ein-Personen-Unternehmen) sehr rasch viele ZPU (Zwei-Personen-Unternehmen) werden", betont Leitl.

Auch der Ausbau der so genannten Eingliederungsbeihilfe sei geboten, indem Jugendliche schon nach 3 statt wie derzeit 6 Monaten Anspruch auf eine Förderung haben. Um rasch möglichst viele Jugendliche in Beschäftigung zu bringen, drängt Leitl zudem auf eine Aktion Job-sharing. Wird eine freie Vollzeitstelle mit zwei jungen Teilzeitkräften besetzt, soll die Förderung demnach für beide gebühren. "Die jetzige außergewöhnliche Situation erfordert außergewöhnliche Maßnahmen: Besser mit einem Fuß am Arbeitsmarkt, als mit beiden Beinen auf der Straße", so der WKÖ-Präsident.

In Anlehnung an die Bildungskarenz regt Leitl zudem eine Bildungsteilzeit an, bei der Teilzeit mit Ausbildung kombiniert werden kann. Last but not least gelte es, so Leitl, das Modell der Altersteilzeit so zu adaptieren, dass es auch für kleine Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern genützt werden könne.

Die von der WKÖ vorgeschlagenen Maßnahmen summieren sich auf rund 70 Millionen Euro und haben den besonderen Charme, dass sie mehrheitlich rasch umgesetzt werden können, da keine gesetzlichen Änderungen notwendig sind. (SR)

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