Kinderfreunde-Vorsitzender Ackerl: "Ich sehe nicht, wie ein Streik die Schule besser machen soll!"

Lehrerinnen und Lehrer sollten nicht mit Un- und Halbwahrheiten den Unfrieden schüren, sondern sich konstruktiv in die Verbesserung der Schule einbringen

Wien (SK) - Der Bundesvorsitzende der Kinderfreunde, Josef Ackerl, ist von der Haltung der Lehrerinnen und Lehrer enttäuscht. "Anstatt sich konstruktiv am lange fälligen Reformprozess in unserem Bildungswesen zu beteiligen und für verbesserte Rahmenbedingungen im Tausch für eine verlängerte Unterrichtszeit einzutreten, legen die Lehrerinnen und Lehrer die Arbeit nieder!" so Ackerl kopfschüttelnd. "Besonders enttäuschend ist aber, dass der Lehrkörper in seiner Information an die Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern offensichtlich mit Un- und Halbwahrheiten operiert!" Das würde nur den Unfrieden schüren und tut der Schule als Ganzes sicher nichts Gutes, so Ackerl am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Die Gesellschaft erwarte viel von ihren Schulen: sie sollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern einerseits auch Kinder erziehen bzw. Defizite in der sozialen Interaktion ausbügeln und andererseits auch sonst für jede gesellschaftspolitische Herausforderung die Lösung finden und diese Lösung bestenfalls auch gleich umsetzen. "Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen kann die Schule dieser Fülle an Aufgaben nicht gerecht werden", so der Kinderfreunde-Vorsitzende. "Darum müssen sich die Rahmenbedingungen, muss sich Schule von Grund auf ändern!" Unterrichtsministerin Schmied hat bereits mit der Einführung der Neuen Mittelschule gezeigt, dass sie bereit ist, die notwendigen Veränderungen einzuleiten. "Leider gibt es Kräfte in diesem Land, die diese und weitere Veränderungen nicht zulassen wollen, und diese Kräfte versuchen, die Unterrichtsministerin in ihrem Reformeifer jetzt zu bremsen", ist Ackerl überzeugt. Darum sind die positiven Kräfte im Land aufgerufen, die Unterrichtsministerin zu unterstützen und Schule gemeinsam besser zu gestalten.

Zu diesen positiven Kräften zählt Ackerl auch die Lehrerinnen und Lehrer, von denen eine große Mehrzahl mit Engagement versucht, trotz der teilweise noch widrigen Umstände das Beste für die Schülerinnen und Schüler zu erreichen. "Umso überraschter bin ich aber jetzt, wo ich erfahre, dass die Lehrerinnen und Lehrer nach einem Gespräch bereits die Gesprächsbereitschaft verlieren und den Streik vorziehen!" so Ackerl. "Noch überraschter bin ich aber, dass sie diese Maßnahme in Aussendungen an die Eltern mit Un- und Halbwahrheiten zu rechtfertigen suchen, offenbar im Bewusstsein, dass sie keine richtigen Argumente für die Niederlegung der Arbeit haben!" Denn im Gegensatz zu den Darstellungen des Lehrkörpers und der Gewerkschaft ist es das klare Ziel der Unterrichtsministerin, durch die Verlängerung der Unterrichtszeit nicht etwa Dienstposten einzusparen, wie behauptet, sondern im Gegenteil zusätzliche Ressourcen für die Schule zu schaffen. Ackerl fordert daher die Lehrerinnen und Lehrer auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und das konstruktive Gespräch für eine bessere Schule zu suchen. (Schluss) up/mp

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