Ehrenvorsitzende des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus, Kommerzialrätin Erna Musik verstorben

Wien (SK) - Wenige Tage vor ihrem 88. Geburtstag ist die Ehrenvorsitzende des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus verstorben. Sie war eine Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz und des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück, wo sie Lagerkameradin von Rosa Jochmann war. Als Halbjüdin und politische Widerstandskämpferin gegen das Nazi Regimes wurde sie vom doppelten Hass der Gestapo getroffen. Mit Rosa Jochmann und Antonia Bruha kehrte sie nach ihrer Befreiung im Jahre 1945 nach Wien zurück und beteiligte sich in ihrem Heimatbezirk Brigittenau am Aufbau der Sozialistischen Jugend und der SPÖ. Sie übernahm den von den Nazis arisierten Betrieb ihrer Mutter - eine Stickerei und Wäschewarenerzeugung - und wirkte dann auch im Frauenreferat des Freien Wirtschaftsverbandes mit. Sie wurde die erste sozialdemokratische Fachgruppenvorsteherin in der Wirtschaftskammer und erhielt später auch den Titel Kommerzialrat. ****

In der SPÖ war sie lange Jahre Sektionsleiterin und außerdem wurde sie als Bezirksrätin in die Bezirksvertretung gewählt. Die Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer vertrat Erna Musik in den Vorständen der SPÖ Frauen in Wien und im Bund.

Als Zeitzeugin war sie sehr oft in den Schulen und in Jugendgruppen um über die furchtbare Zeit in den Konzentrationslagern zu berichten.

Bei den Sozialdemokratischen Freiheitskämpfern war sie eine Zeit lang Vorsitzende des Wiener Landesverbandes und Vorsitzende ihrer Bezirksgruppe. Im Sozialministerium wirkte sie als Mitglied der Opferfürsorgekommission im Interesse der von den Nazis Verfolgten mit.

Auf Grund ihres Einsatzes in verschiedenen Organisationen und Verbänden wurde Erna Musik mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt:
Innerhalb der sozialistischen Bewegung mit der Viktor-Adler- und mit der Otto-Bauer-Plakette. Für ihre wirtschaftliche Tätigkeit erhielt sie mehrere Ehrenzeichen des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes. Von der Stadt Wien erhielt sie das Goldene Ehrenzeichen und vom Bund das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Besonderes wichtig war ihr das Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs. (Schluss) sw/mp

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