Pirklhuber: Berlakovich muss auf Milchmarkt-Desaster endlich reagieren

Grüne: Milch-Direktförderungen werden immer mehr zur Farce - wir brauchen faire Produktpreise

Wien (OTS) - "Der Rückgang der Erzeugerpreise ist dramatisch, mit 25 Prozent Preisverfall pro Liter Milch werden Betriebe in den Ruin getrieben oder gezwungen noch mehr auf Kosten von Umwelt, Tier und Mensch zu intensivieren. Wertvolle Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen gehen damit verloren", kritisiert Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen die aktuellen Entwicklungen im Milchsektor.

"Bundesminister Berlakovich muss endlich reagieren und Alternativen zur aktuellen neoliberalen Milchmarktpolitik der EU-Kommission entwickeln. Die von den EU-Agrarministern beschlossene Milchquoten-Aufstockungspolitik ist de facto gescheitert und muss zurückgenommen werden. Die Wiedereinführung von Export-Subventionen im Milchsektor ist die falsche Maßnahme, denn sie wird auf dem Rücken der Milchbäuerinnen und Milchbauern in Europa ausgetragen, deren Existenz massiv bedroht ist", erläutert Pirklhuber und weiter:
"Aufgrund einer neoliberalen Agrarpolitik, die sich vorrangig an einer Globalisierung der Lebensmittelmärkte orientiert, waren viele agrarpolitische Maßnahmen in den letzten zehn Jahren geprägt von Billigpreisstrategie und industrieller Massenproduktion. Damit wurde das Bauernsterben nicht gebremst, sondern auf hohem Niveau weitergeführt. Jährlich geben mehr als 4000 bäuerliche Betriebe auch in Österreich auf".

Dringend notwendig sei daher auch eine Überarbeitung sämtlicher Agrarförderungsprogramme, um Ungerechtigkeiten und Wettbewerbsverzerrungen abzubauen. Mittelfristig betrachtet muss das Agrarförderungssystem zu einer effizienten Sicherung bäuerlicher Familienarbeitsplätze umgebaut werden. Die Grünen Bäuerinnen und Bauern fordern daher von der Regierung ein klares Bekenntnis, unsere mehr als 40.000 Milchviehbetriebe zu erhalten. Dafür ist eine bedarfsorientierte Mengenregulierung notwendig, ein kompliziertes Systems für die Vergabe von Almosen sicher nicht.

Derzeit wird die Einführung einer bürokratischen degressiven Staffelung von Milchkuhprämien im Ministerium diskutiert. Nach diesem Vorschlag soll es ab 30 Kühen keine Ausgleichszahlungen mehr geben. "Angesichts der aktuellen Entwicklungen ist dies ein Hohn für die Milchbäuerinnen und -bauern", so Pirklhuber und abschließend: "Die Grünen fordern daher ein umfassendes Maßnahmenpaket, welches im Kern auch eine preispolitische Perspektive beinhaltet. Milchbäuerinnen und Milchbauern wollen zu Recht kostendeckende Preise, denn nur diese gewährleisten langfristig die Produktion hochwertiger Milchprodukte und die Erhaltung einer intakten Kulturlandschaft in Österreich".

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