Greenpeace: Globales Klimasystem vom Kollaps bedroht!

Umweltorganisation kommentiert Klimaforscher-Kongress in Kopenhagen

Kopenhagen/Wien (OTS) - Im Gegensatz zu vielen der bisherigen Treffen wird der derzeit stattfindende Forscherkongress zur Vorbereitung der UN-Klimakonferenz im Dezember nicht vom Weltklimarat IPCC organisiert, berichtet die Umweltschutzorganisation Greenpeace aus Kopenhagen. Das bedeutet, dass die Wissenschafter unter sich sind und in Abwesenheit der Politik diskutieren können - womit auch der Abschlussbericht ohne politischen Einfluss zustande kommen wird. Aussagen über die Folgen des Klimawandels werden damit voraussichtlich ungeschönter sein als bisherige Klimaprognosen, erwartet Greenpeace.

Eine erste Schlussfolgerung der Klimaexperten ist, dass aufgrund des sich beschleunigenden Abschmelzens des Polareises - so etwa in Grönland - der Meeresspiegel viel schneller ansteigen wird als in der letzten IPCC-Studie prognostiziert: Rechnete das IPCC 2007 nämlich noch mit einem maximalen Anstieg von 59 Zentimetern bis 2100, wird inzwischen eine Zunahme von einem Meter oder sogar mehr prognostiziert.

Besonders problematisch wird diese Entwicklung für die derzeit 600 Millionen Menschen, die in den Küstenregionen unsere Planeten leben. "Für ein wohlhabendes Land wie die Niederlande ist ein Meeresspiegel-Anstieg von einem Meter technisch und finanziell noch bewältigbar, für Bangladesh dagegen bedeutet das bereits eine absolute Katastrophe", weiß Greenpeace-Klimasprecher Jurrien Westerhof. "Und das wäre erst der Anfang: Wenn einmal das gesamte Eis von Grönland und West-Antarktika geschmolzen ist, wird sich der Meeresspiegel weltweit um mehr als sechs Meter erhöht und damit auch Städte wie London, Hongkong oder New York vor existenzielle Fragen gestellt haben", warnt Westerhof.

Unbehagen herrscht in Kopenhagen darüber, dass viele Politiker die Warnungen der Klimaexperten noch immer nicht wahrhaben wollen. Zudem wird die Rolle zahlreicher Medienvertreter kritisiert: Denn nach wie vor werde berichtet, als ob es eine große Unsicherheit in Bezug auf die Existenz des Klimawandels gäbe. Skeptische Stimmen würden aufgewertet, obwohl diese in der wissenschaftliche Debatte keine Rolle mehr spielten. Und das unbefriedigende, vor allem aber falsche Ergebnis wäre dann, dass viele Menschen den Klimaforschern Uneinigkeit vorwerfen würden.

"Wie viele Warnungen brauchen wir denn noch?", ist Westerhofs abschließende Frage. "Wenn nicht äußerst bald Taten gesetzt werden, sollten sich unsere Kinder besser jetzt schon auf ein Kippen des globalen Klimasystems einstellen", so der Greenpeace-Experte.

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Attila Cerman, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-3435354
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-6126701

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