Berufe mit Zukunft finden beim 8. Wiener Töchtertag am 23. April

Frauenberger: "Langfristig soll Töchtertag zu einer ganzjährigen Veranstaltung werden"

Wien (OTS) - Wiens Frauenstadträtin Sandra Frauenberger setzt auch heuer, gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien und dem Wiener Stadtschulrat, Impulse für Chancengleichheit in der Arbeitswelt. 11-bis 16-jährige Mädchen haben am Wiener Töchtertag am 23. April die Chance, Unternehmen aus den Bereichen Technik, Naturwissenschaft und Handwerk zu entdecken und zu erforschen. In praxisbezogenen Workshops können sie nicht nur unterschiedlichste Berufe ausprobieren, sie werden sich auch ihrer Fähigkeiten bewusst und finden so vielleicht zu einem neuen, gestärkten Selbstbewusstsein. Frauenstadträtin Frauenberger: "Technische und handwerkliche Berufe haben Zukunft und bieten Mädchen und Frauen eine gute Chance auf eine Berufstätigkeit mit meist guten Verdienstmöglichkeiten. Der Töchtertag ist eine ausgezeichnete Gelegenheit für Mädchen, sich selbst ein Bild über verschiedene Berufsbilder mit Zukunft zu machen."****

Auch 2008 waren immer noch 51,47 Prozent der weiblichen Lehrlinge in den "klassischen" weiblichen Lehrberufen Einzelhandels-, Bürokauffrau und Friseurin beschäftigt. Stellt man zum Beispiel das Einstiegsgehalt einer Friseurin von 1.100 Euro dem einer Automechanikerin von 1.610 Euro gegenüber, sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache zugunsten technischer Berufe.

Der Wiener Töchtertag ist eine Erfolgsgeschichte: Seit 2002 haben insgesamt mehr als 13.000 Mädchen den Wiener Töchtertag besucht. Waren es im ersten Jahr noch 200 Mädchen, besuchten 2008 bereits mehr als 3.000 Mädchen den Töchtertag. Auch die Zahl der teilnehmenden Unternehmen hat sich seit den Anfängen nahezu verzehnfacht: 2002 war Siemens Österreich noch der einzige Töchtertag-Betrieb, 2003 haben 17 Unternehmen mitgemacht, im Vorjahr beteiligten sich bereits 162 Betriebe am Töchtertag. Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, freut sich, dass das Interesse der Wiener Unternehmen weiter steigt. "Wir wollen den jungen Mädchen, die viel zu sehr in tradierten Rollenbildern leben, die Fülle an Chancen aufzeigen, die die Berufswelt für sie bietet."

Siemens Österreich bildet zahlreiche weibliche Lehrlinge an vielen Standorten in Wien aus. 2002 war Siemens Österreich das erste und einzige Töchtertag-Unternehmen. "Die Teilnahme am Wiener Töchtertag lohnt sich für die Mädchen auf alle Fälle, denn die Suche nach einer geeigneten Lehrstelle oder nach einem Ferialjob hat auf diesem Weg schon für so manches Mädchen zum Erfolg geführt", erklärt die Generaldirektorin der Siemens AG Österreich, Mag.a Brigitte Ederer. Außerdem bringe "eine sich verändernde Weltwirtschaft auch neue Anforderungen an junge Potenziale und somit eine große Chance für die Technikerinnen von morgen. Mädchen und junge Frauen verfügen meist über Geschick, Kreativität und hohe Eigeninitiative - das sind ideale Voraussetzungen für technische Berufe", so Ederer.

Eltern als wichtige AnsprechpartnerInnen

Mütter und Väter sind bei der Wahl von Ausbildungen oft die ersten AnsprechpartnerInnen. Sie leben Rollenbilder und Berufe vor. Mädchen sehen sich im Alter zwischen 11 und 16 Jahren einerseits mit Entscheidungen über die berufliche Zukunft konfrontiert, andererseits ist die Unsicherheit groß, welcher Beruf konkret der richtige sein könnte. Häufig fehlt der Mut, eingefahrene Schienen zu verlassen. Berufsvielfalt und Verdienstmöglichkeiten werden nicht bewusst wahrgenommen. Eltern sind daher in ihrer Verantwortung besonders gefordert.

Im Vorfeld zum Töchtertag werden Mütter und Väter daher heuer zu einem speziellen Informationsnachmittag eingeladen. Ein mehrsprachig abgefasster Elternbrief enthält Details zum Wiener Töchtertag. Die Zusammenarbeit mit Elternvereinen wird verstärkt. Frauenstadträtin Sandra Frauenberger: "Wir wollen es auch den Eltern erleichtern, sich über die reichhaltigen Berufsmöglichkeiten zu informieren und neue Berufswege für ihre Töchter anzudenken."

Forschungsinstitut SORA evaluierte den Töchtertag

Im Auftrag der Frauenabteilung der Stadt Wien hat das Forschungsinstitut SORA im Jahr 2008 den Wiener Töchtertag evaluiert. Dabei wurde überprüft, inwieweit das Konzept des Töchtertags zur Erreichung des Ziels, Mädchen neue Berufsperspektiven zu öffnen, geeignet ist. Es wurden VertreterInnen von Töchtertagbetrieben, ExpertInnen aus dem Bereich Schule und Arbeitsmarkt sowie teilnehmende Mädchen und ihre Eltern befragt. ArbeitsmarktexpertInnen betonen die hohe Relevanz des Töchtertags als Beitrag zum Aufbrechen von Rollenstereotypen.

Für 75 Prozent der Mädchen ist der Wiener Töchtertag sehr bzw. ziemlich hilfreich für die Ausbildungs- und Berufsorientierung, 91 Prozent der teilnehmenden Mädchen beurteilen den Wiener Töchtertag mit "sehr gut" bzw. "gut". Als Optimierungspotenziale werden u.a. die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Schulen und ein vermehrtes Einbinden der Eltern in die Aktivitäten des Töchtertags empfohlen. Viele Empfehlungen der Studie wurden bei der Konzeption des heurigen Töchtertags bereits umgesetzt. So gab es heuer etwa erstmals eigene Informationsveranstaltungen für LehrerInnen.

Dass der Wiener Töchtertag nicht nur einmal im Jahr Impulse setzt, beweisen mittlerweile zahlreiche Aktivitäten, die ganzjährig stattfinden. Die Palette reicht von regelmäßigen Newsletter für Mädchen und Unternehmen bis hin zu Berufsinformationstagen oder Schnupperangeboten in Betrieben. "Der Töchtertag soll sukzessive zur ganzjährigen Veranstaltung werden", so Frauenberger. (Schluss) lac

o Service:

Detaillierte Informationen und Anmeldehinweise gibt es von Monatag bis Freitag zwischen 08.30 - 16.30 Uhr unter der kostenfreien Servicenummer 0800/22 22 10, per Mail an office@toechtertag.at oder auf der Homepage www.toechtertag.at. (Schluss) lac

Achtung: Zu dieser Meldung ist in den kommenden Stunden eine Bildberichterstattung geplant. In einer OTS-Aussendung wird auf die online-Abrufbarkeit extra noch hingewiesen.

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