Kuntzl: Agieren der Spitzen der Lehrergewerkschaft ist problematisch

Schmied hat für Aufbruchstimmung an den österreichischen Schulen gesorgt

Wien (SK) - "Es gibt viele engagierte Lehrer. Was ich allerdings problematisch finde, ist das Agieren der Spitzen der Lehrergewerkschaft", so SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl am Mittwoch im Nationalrat zur Debatte um die Umschichtung der Unterrichtszeit. "Die Gewerkschaft schadet mit ihrem Auftreten ihren eigenen Leuten", unterstrich Kuntzl. Es werde vermittelt, die Lehrer würden nur Nein sagen, sie würden blockieren und die Schülerinnen und Schüler wären ihnen egal - "und das stimmt ja gar nicht". Die SPÖ-Abgeordnete richtete daher einen "ehrlich gemeinten, dringenden Appell" an die Spitzen der Gewerkschaft: "Denken Sie an die Leute, an die engagierten Lehrerinnen und Lehrer, die Sie zu vertreten haben. Führen Sie konstruktive Verhandlungen im Sinne derer, die Sie zu vertreten haben". ****

Einig sei man sich im Parlament, so Kuntzl, dass es darum gehe, die besten Chancen für die Kinder zu schaffen. Man habe die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Kinder "das beste Fundament und die beste Ausstattung" für ihr weiteres Leben durch das Bildungssystem bekommen. Beim Bildungssystem müsse "man den ganzen Bogen betrachten", es gehe dabei nicht nur um die Schule, sondern auch um die frühkindliche Förderung und um alle weiteren Bildungswege, die nach der Schule kommen. Im frühkindlichen Bereich sei es wichtig, spielerisch zu fördern, es müssten die besten Bedingungen in der Schule geschaffen werden und es gehe um die Sicherstellung des freien Hochschulzugangs und gute Studienbedingungen.

Da der frühkindliche Bereich laut Kuntzl besonders wichtig ist, ist es für sie "ein wichtiger Meilenstein", dass der Wiener Bürgermeister Michael Häupl die Gratiskinderbetreuung für alle Kinder von null bis sechs Jahren angekündigt hat. "Wien hat hier, wie so oft, eine wichtige Vorreiterfunktion", bemerkte die SPÖ-Wissenschaftssprecherin. Froh sei sie auch, dass es gelungen sei, gemeinsam mit Staatssekretärin Marek, bundesweit einen wichtigen Fortschritt zu erzielen, man habe sich darauf geeinigt, das letzte, verpflichtende Kindergartenjahr vor der Schule gratis zu gestalten.

Zum Schulbereich merkte Kuntzl an, dass nach Jahren "des beklemmenden Stillstandes" Claudia Schmied endlich wieder für Reformen wie kleinere Klassen, bessere Sprachförderung und bessere Nachmittagsbetreuung der Kinder eingetreten sei und damit für Aufbruchstimmung gesorgt habe. "Es hat ein wirkliches Aufatmen in den Schulen gegeben", betonte Kuntzl. Jetzt sage Schmied, dass die Lehrer zwei Stunden länger in den Klassen benötigt werden, denn es seien wirtschaftlich schwierige Zeiten. Dies sei richtig, denn, so Kuntzl, "genau dort brauchen wir die Lehrerinnen und Lehrer - bei den Kindern". (Schluss) sw

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