AUVA Unfallkrankenhäuser: Optimierte Patientensicherheit durch praxisorientiertes Fehlermeldesystem

Wien (OTS) - Das Risikomanagement in Spitälern steht im Zentrum aktueller Debatten. Der Forderung nach einer Minimierung von Behandlungsfehlern haben sich die Unfallkrankenhäuser und Rehabilitationszentren der AUVA bereits vor Jahren gestellt und ein praxisorientiertes Fehlermeldesystem eingeführt. Darüber hinaus ist die AUVA in Sachen Behandlungsqualität zertifiziert unterwegs.

Patientensicherheit ist heute das Thema in vielen Gesundheitseinrichtungen, aber auch in der öffentlichen Debatte. Den Aktivitäten zur Verbesserung des Risikomanagements wird in der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) größte Aufmerksamkeit geschenkt.

Mit dem Patientensicherheits-Instrument CIRPS (Critical Incident Reporting & Prevention System) entwickelte die AUVA ein praxisorientiertes Programm zur Meldung, Bearbeitung und Prävention unerwünschter Ereignisse bei der Behandlung von Patienten. Ziel ist es, das Wissen um Beinahefehler und kritische Ereignisse in die kontinuierliche Optimierung von Arbeitsprozessen einfließen zu lassen und dadurch Verbesserungen für PatientInnen und MitarbeiterInnen zu entwickeln und umzusetzen, damit Fehler gar nicht erst passieren.

Zentrales Element von CIRPS ist das Vertrauensteam, das aus mehreren MitarbeiterInnen der verschiedenen Arbeitsbereiche des Hauses besteht. Zu den vielfältigen Aufgaben des Vertrauensteams gehört es, Meldungen von Beinahefehlern und kritischen Ereignissen entgegenzunehmen, anonymisiert an die Krankenhausleitung zu berichten und die mit der Krankenhausleitung vereinbarten Vorgehensweisen zu koordinieren. "Das in den Häusern der AUVA implementierte Meldesystem wird von allen Berufsgruppen im Krankenhaus genützt. Es unterscheidet sich von anderen Systemen durch die Mitarbeiternähe und den hohen Umsetzungsgrad der Erkenntnisse in die täglichen Arbeitsabläufe", erläutert der ärztliche Direktor und gleichzeitig Qualitätssicherungsbeauftragte für alle Behandlungseinrichtungen der AUVA, Prof. Dr. Hartmut Pelinka.

Als Pilotkrankenhaus für das Fehlermelde- und Präventionssystem CIRPS fungierte das UKH Graz. Von Oktober 2006 bis Ende 2008 konnten Erfahrungen mit der Bearbeitung von insgesamt 165 Meldungen kritischer Ereignisse gewonnen werden, die zu 356 dokumentierten Veränderungen geführt haben. Mittlerweile wurde CIRPS in anderen Einrichtungen implementiert und soll künftig alle Unfallkrankenhäuser und Rehabilitationszentren der AUVA umfassen.

Als ein weiterer wesentlicher Schritt bei der Entwicklung des Qualitätsmanagements der AUVA wird die Zertifizierung gesehen. So erhielt das UKH Kalwang als erstes Unfallkrankenhaus Österreichs das KTQ-Zertifikat (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen), in dessen Rahmen Kennzahlen, Prozesse und klinische Pfade transparent gemacht werden. Dabei geht es vor allem um die Sicherheit und Zufriedenheit der Patienten mit den Abläufen ihrer Behandlung von der Aufnahme bis zur Nachbetreuung.

Über die AUVA: Soziale Unfallversicherung für rund 4,5 Millionen Versicherte

Bei der AUVA sind rund 4,5 Mio. Personen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,3 Mio. Arbeiter, 1,5 Mio. Angestellte, 380.000 Selbständige sowie 1,3 Mio. Schüler und Studenten. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung überwiegend aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Diese zahlen 1,4 Prozent der monatlichen Bruttolohnsumme jedes Dienstnehmers (bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 4.020,00 Euro) als Unfallversicherungsbeitrag ein.

Prävention ist die vorrangige Kernaufgabe der AUVA, weil sich damit das Schadensgeschehen ursächlich beeinflussen lässt. Prävention - also die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten - senkt die Kosten für die Heilbehandlung, die Rehabilitation und die finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten. Die AUVA hat sich daher nie als "Verwalter" von Arbeitsunfällen betrachtet oder sich darauf beschränkt, "nur" die Haftung der Arbeitgeber im Falle von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten zu übernehmen. Die AUVA hat es immer als ihre vorrangige Aufgabe angesehen, aktiv und offensiv Arbeitsunfälle zu verhüten: etwa durch intensive Aufklärung über Gefahren am Arbeitsplatz, Information oder Motivation der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, durch Forschung oder durch vorbeugende Betreuung von besonders bedrohten Versicherten. In die Säule Prävention wurden 2007 rund 60 Mio. Euro investiert.

Rückfragen & Kontakt:

AUVA - Sicherheitsmarketing und Presse
Dr. Wilfried Friedl
Adalbert-Stifter-Straße 65, 1200 Wien
Tel.: +43 1 33 111-530
wilfried.friedl@auva.at
Web: www.auva.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAU0001