Landau: Verschiebung der Mindestsicherung "völlig inakzeptabel"

"Ernst der Lage" in Sachen Armutsbekämpfung muss zu entsprechendem Handeln führen - Appell an Sozialminister Rudolf Hundstorfer und die Vertreter der Bundesländer

Wien, 11.3.09 (KAP) Der Caritasdirektor der Erzdiözese Wien, Msgr. Michael Landau, ist "zutiefst enttäuscht" über die Aussagen von Sozialminister Rudolf Hundstorfer zur Verschiebung der Mindestsicherung. Wörtlich stellte Landau fest: "Es ist für mich absolut unverständlich, dass es bei der Mindestsicherung zu weiteren Verzögerungen kommt. Hier geht es konkret um nachhaltige Verbesserungen für sozial schwache Menschen. Die bedarfsorientierte Mindestsicherung gerade in Zeiten der wirtschaftlich angespannten Situation auf die lange Bank zu schieben, ist völlig inakzeptabel".

Derzeit sind laut Sozialministeriums 459.000 Menschen in Österreich akut arm, weitere rund 570.000 einkommensarm und damit gefährdet, in akute Armut abzurutschen. Diese Zahlen belegen sehr deutlich, dass Armut auch in Österreich für viele Menschen ein Stück Realität ist, so Landau. Die Prognosen der Experten und die steigenden Arbeitslosenzahlen zeigten, dass der Druck auf die Menschen in den kommenden Monaten weiter zunehmen wird. Landau: "Es ist daher aus meiner Sicht grob fahrlässig und völlig unverantwortlich, auf diese Entwicklungen nicht zu reagieren. Die bedarfsorientierte Mindestsicherung muss eher gestern als morgen eingeführt werden, um den Sozialstaat Österreich endlich armutsfest und zukunftstauglich zu machen. Ich appelliere daher dringend an Sozialminister Hundstorfer und die Vertreter der Bundesländer, endlich den Ernst der Lage in Sachen Armutsbekämpfung zu erkennen und an dem noch vor wenigen Wochen angekündigten Fahrplan und der Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung per 1. Jänner 2010 festzuhalten". (ende)
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