Embryonenforschung: Auswirkungen in Österreich?

Bioethikkommission tagt am kommenden Montag - Bischofskonferenz plädiert für "absolutes gesetzliches Verbot jeglicher 'verbrauchenden Forschung' mit menschlichen Embryonen"

Wien, 10.3.09 (KAP) Die umstrittene neue US-amerikanische Entscheidung über die embryonale Stammzellenforschung könnte auch in Österreich Auswirkungen haben. Die österreichische Bioethikkommission wird am kommenden Montag, 16. März, über eine Empfehlung zum Thema an den Bundeskanzler entscheiden. Die Österreichische Bischofskonferenz hat bereits mehrere Male "ein absolutes gesetzliches Verbot jeglicher 'verbrauchender Forschung' mit menschlichen Embryonen" eingemahnt. Die Tötung menschlicher Embryonen zur Gewinnung embryonaler Stammzellen sei mit der Menschenwürde und dem "Menschenrecht auf Leben" unvereinbar, hieß es etwa in einer Erklärung im vergangenen Jahr. Durch den Nachweis pluripotenter adulter Stammzellen sei eine neue Situation entstanden, so die Bischöfe: "Ein Rückgriff auf embryonale Stammzellen - zu deren Gewinnung menschliches Leben getötet werden muss - ist mit den Erfordernissen der Forschung nicht mehr begründbar".

Die Leiterin der österreichischen Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt, Christiane Druml, hatte am Dienstag im Ö 1-Mittagsjournal prognostiziert, dass die Entscheidung von US-Präsident Barack Obama zur embryonalen Stammzellenforschung auch Auswirkungen auf Österreich haben wird. "Ich könnte mir vorstellen, dass es zu einer Aufbruchsstimmung kommt", meinte die Juristin. "Wenn ein Land wie die USA in einer ökonomischen Krise mehr Geld für die embryonale Stammzellenforschung freigeben will, dann hat das doch etwas zu bedeuten", so Druml. Sie wünsche sich auch für Österreich, dass embryonale Stammzellenforschung "möglich und gefördert" wird.

Druml kritisierte die herrschende Rechtslage in Österreich, "wo es zwar möglich ist, an importierten Stammzellen zu forschen, nicht aber aus den im Rahmen der In-vitro-Fertilisation übrig gebliebenen Embryonen, die der Vernichtung preisgegeben werden, Stammzellen zu gewinnen". Die Erzeugung von sogenannten "überzähligen" Embryonen bei der In-vitro-Fertilisation wird aber von der katholischen Kirche seit 23 Jahren weltweit scharf verurteilt.

Die Leiterin der Bioethikkommission wollte auch die wissenschaftlichen Einwände im Hinblick auf die mangelnden Forschungserfolge mit embryonalen Stammzellen (erhöhte Krebsanfälligkeit) nicht gelten lassen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA habe z.B. im Februar einer Erstanwendung von aus embryonaler Stammzellenforschung gewonnenen Medikamenten an querschnittgelähmten Menschen zugestimmt.(forts.mgl.)
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